Die Silhouette der Kirche ist stadtbildprägend
Mit 102.596 Euro unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) derzeit die Turmsanierung auf der Westseite des Südturms der St. Nikolaikirche in der Stralsunder Altstadt. Möglich wurde die Förderung dank zahlreicher Spenden und nicht zuletzt der Beiträge dreier Namensfonds in der DSD, dem Elsner-Hay-Fond, dem Barbara Konze-Fonds und dem Stralsund Fonds für Denkmalpflege und Baukultur. St. Nikolai gehört seit 1994 zu den heute über 650 Projekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Mecklenburg-Vorpommern gefördert hat.
1234 erhielt Stralsund Stadtrecht. Bereits kurz danach wurde zügig mit dem Bau der Stadtkirche St. Nikolai begonnen. Aufgrund der Stadtzerstörung 1249 wurde sie ab 1270 von Grund auf erneuert und als "moderne" hochgotische, querschifflose Basilika mit Kapellenkranz und Doppelturmanlage errichtet. Die beiden Türme – der nördliche seit einem Stadtbrand 1662 flach gedeckt, der südliche 1667 mit einer barocken Haube versehen – sind stadtbildprägend.
Zum Objekt:
Als Hauptkirche der mächtigen und reichen Hansestadt statteten sowohl einzelne Patrizier als auch die Zünfte St. Nikolai reich aus. Bis zum Bildersturm der Reformation 1525 gab es allein 59 Altarstiftungen, von denen heute noch sieben erhalten sind. Neben den Wandmalereien des 14. und 15. Jahrhunderts, den zahlreichen Skulpturen, dem Gestühl, einer Vielzahl von prächtigen Grabplatten und Epitaphien ist besonders die astronomische Uhr zu nennen. Sie ist laut einer lateinischen Inschrift die älteste datierte astronomische Uhr aus dem Jahr 1394. Der barocke Hauptaltar stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Verglasung der Fenster des Hallenumgangschores wurde bei Sanierungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erneuert.