Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Arbeiten an denkmalgeschütztem Haus in Ostertor
Die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Sanierung der historischen Fassade des Wohn- und Geschäftshauses Ostertorsteinweg 88/89 in Bremen mit 40.000 Euro. Am Donnerstag, den 8. Oktober 2026, um 11.00 Uhr übergibt Dr. Wolfram Seibert, DSD-Ortskurator Bremen symbolisch den Fördervertrag an Olaf Jochberg von der Akkura Haus- und Eigentumsverwaltung e. K.
Möglich ist die Unterstützung dank der privaten Spender der DSD und der Erträge der Lotterie GlücksSpirale. Die Mittel fließen in die Instandsetzung der denkmalgeschützten Fassade des historischen Gebäudes.
Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich am Ostertorsteinweg, einer der bedeutendsten Einkaufsstraßen Bremens, unmittelbar hinter dem Weserdeich im Stadtteil Ostertor. Das Gebäude ist eng mit der Geschichte des Bremer Fischhandels verbunden. Nachdem Franz Ludwig Bodes bereits 1860 sein erstes Fischgeschäft am Grasmarkt eröffnet hatte, entstanden weitere Filialen.
1886 kam das Geschäft am Ostertorsteinweg dazu. Die Familie erwarb das Grundstück 1903 und ließ dort 1904/1905 nach Plänen des Architekten Hans Lassen ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus errichten. Für Familie Bodes entwarf Lassen einen dreigeschossigen Putzbau mit ausgebautem Dachgeschoss und markantem Giebel. Rückwärtig wurde das Gebäude um eine Räucherei und eine Marinadenanstalt erweitert, wo Feinkostsalate, etwa der berühmte Helgoländer Salat oder Bratheringe hergestellt wurden. Das Haus im Ostertorsteinweg wurde zum Hauptsitz des traditionsreichen Bremer Unternehmens Bodes, das als ältestes Fischfachgeschäft in Bremen gilt und heute seinen Sitz in der Bischofsnadel in Bremen hat. Die Geschäfte werden heute bereits in der fünften Generation von der gleichnamigen Familie geführt.
Johannes Lorenz „Hans“ Lassen (1868-1941), der das Haus im Ostertorsteinweg für die Bodes-Familie entworfen hat, gehörte zu den prägenden Bremer Architekten des frühen 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit seinem Bruder führte Lassen ein Architekturbüro und spezialisierte sich auf Geschäftshausbauten.
Das Haus am Ostertorsteinweg entstand zusammen mit dem Nachbargebäude als architektonisches Zwillingspaar. Besonderes Augenmerk legte Lassen auf eine individuelle Gestaltung, die die Nutzung als Fischgeschäft widerspiegelte. So schmücken bis heute Fisch- und Muschelornamente die Fassade. Im Eingangsbereich finden sich Bodenfliesen mit Schneckenmotiven, die Haustür zieren geschnitzte Quallen. Das Erdgeschoss wurde nach der Aufgabe des Fischgeschäfts und vor der Unterschutzstellung des Gebäudes stark verändert. Im Inneren des heutigen Ladengeschäftes hat sich jedoch ein Fliesenfries erhalten, auf dem Schwäne zu sehen.
Seit 1973 steht das Haus Ostertorsteinweg 88/89, in dem sich heute vier Wohnungen und ein Ladengeschäft befinden, als Teil eines Geschäftshausensembles am Ostertorsteinweg unter Denkmalschutz.
Das Wohn- und Geschäftshaus im Bremer Ostertorsteinweg ist eines der mehr als 40 Denkmale, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Bremen fördern konnte.
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