01.10.2026

40.000 Euro für Fassadensanierung am ehemaligen Bodes-Sitz in Bremen

Bremen
Wohn- und Geschäftshauses Ostertorsteinweg 88/89 in Bremen
Wohn- und Geschäftshauses Ostertorsteinweg 88/89 in Bremen

Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Arbeiten an denkmalgeschütztem Haus in Ostertor

Die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Sanierung der historischen Fassade des Wohn- und Geschäftshauses Ostertorsteinweg 88/89 in Bremen mit 40.000 Euro. Am Donnerstag, den 8. Oktober 2026, um 11.00 Uhr übergibt Dr. Wolfram Seibert, DSD-Ortskurator Bremen symbolisch den Fördervertrag an Olaf Jochberg von der Akkura Haus- und Eigentumsverwaltung e. K.

Möglich ist die Unterstützung dank der privaten Spender der DSD und der Erträge der Lotterie GlücksSpirale. Die Mittel fließen in die Instandsetzung der denkmalgeschützten Fassade des historischen Gebäudes.

Das Wohn- und Geschäftshaus befindet sich am Ostertorsteinweg, einer der bedeutendsten Einkaufsstraßen Bremens, unmittelbar hinter dem Weserdeich im Stadtteil Ostertor. Das Gebäude ist eng mit der Geschichte des Bremer Fischhandels verbunden. Nachdem Franz Ludwig Bodes bereits 1860 sein erstes Fischgeschäft am Grasmarkt eröffnet hatte, entstanden weitere Filialen.

1886 kam das Geschäft am Ostertorsteinweg dazu. Die Familie erwarb das Grundstück 1903 und ließ dort 1904/1905 nach Plänen des Architekten Hans Lassen ein repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus errichten. Für Familie Bodes entwarf Lassen einen dreigeschossigen Putzbau mit ausgebautem Dachgeschoss und markantem Giebel. Rückwärtig wurde das Gebäude um eine Räucherei und eine Marinadenanstalt erweitert, wo Feinkostsalate, etwa der berühmte Helgoländer Salat oder Bratheringe hergestellt wurden. Das Haus im Ostertorsteinweg wurde zum Hauptsitz des traditionsreichen Bremer Unternehmens Bodes, das als ältestes Fischfachgeschäft in Bremen gilt und heute seinen Sitz in der Bischofsnadel in Bremen hat. Die Geschäfte werden heute bereits in der fünften Generation von der gleichnamigen Familie geführt.

Johannes Lorenz „Hans“ Lassen (1868-1941), der das Haus im Ostertorsteinweg für die Bodes-Familie entworfen hat, gehörte zu den prägenden Bremer Architekten des frühen 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit seinem Bruder führte Lassen ein Architekturbüro und spezialisierte sich auf Geschäftshausbauten.

Das Haus am Ostertorsteinweg entstand zusammen mit dem Nachbargebäude als architektonisches Zwillingspaar. Besonderes Augenmerk legte Lassen auf eine individuelle Gestaltung, die die Nutzung als Fischgeschäft widerspiegelte. So schmücken bis heute Fisch- und Muschelornamente die Fassade. Im Eingangsbereich finden sich Bodenfliesen mit Schneckenmotiven, die Haustür zieren geschnitzte Quallen. Das Erdgeschoss wurde nach der Aufgabe des Fischgeschäfts und vor der Unterschutzstellung des Gebäudes stark verändert. Im Inneren des heutigen Ladengeschäftes hat sich jedoch ein Fliesenfries erhalten, auf dem Schwäne zu sehen.

Seit 1973 steht das Haus Ostertorsteinweg 88/89, in dem sich heute vier Wohnungen und ein Ladengeschäft befinden, als Teil eines Geschäftshausensembles am Ostertorsteinweg unter Denkmalschutz.

Das Wohn- und Geschäftshaus im Bremer Ostertorsteinweg ist eines der mehr als 40 Denkmale, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Bremen fördern konnte.

FÜR PRESSEVERTRETER:
Bei Terminangaben ist die Pressemitteilung als Einladung zu verstehen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

Downloads

Pressemitteilung und Bilder zur freien Verwendung bei Namensnennung: Alle Medien herunterladen (ZIP)

Ansprechpartner

Dr. Ursula Schirmer

Leitung Stabsstelle Presse

Pressesprecherin

Tel. 0228 9091-402

ursula.schirmer@denkmalschutz.de

Thomas Mertz

Leitung

Pressestelle

Tel. 0228 9091-404

thomas.mertz@denkmalschutz.de

Fabian Christmann

Referent

Pressestelle

Tel. 0228 9091-407

fabian.christmann@denkmalschutz.de

Lydia Schauff

Referentin

Pressestelle

Tel. 0228 9091-408

lydia.schauff@denkmalschutz.de

Freianzeigen

Weitere Pressemitteilungen