Fördervertrag für Sanierungsmaßnahmen an der nördlichen Basilika
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) setzt ihr Engagement für den Erhalt der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Rüdesheim am Rhein fort und unterstützt die Abtei zum dritten Mal, aktuell bei dringend erforderlichen Arbeiten an der Nordseite der Basilika.
Die symbolische Übergabe des Fördervertrags über 100.000 Euro erfolgt am Dienstag, den 19. Mai 2026, um 11.00 Uhr an der Abtei. Karl‑Friedrich Höfflinghaus, Mitglied des DSD-Ortskuratoriums Wiesbaden, übergibt den Vertrag an Äbtissin Sr. Katharina Drouvé, im Beisein von Andreas Marx von Lotto Hessen.
Mit der Förderung werden Arbeiten am nördlichen Hauptschiff der Basilika sowie am Seitenschiffdach über dem Kreuzgang unterstützt. Vorgesehen sind die Neueindeckung der rund 120 Jahre alten Schieferdächer, die Instandsetzung der Fensterreihen im oberen Wandbereich, Obergadenfenster genannt, Arbeiten am Blitzschutz sowie Reparaturen an den Fassaden des nördlichen Kirchenschiffs. Möglich ist die Unterstützung dank der privaten Förderer der DSD und der Lotterie GlücksSpirale. Die DSD hat die Abtei bereits 2022 und 2024 unterstützt, unter anderem die Aufarbeitung von Fenstern in der Bibliothek, im Konventzimmer und im Mariengarten.
Die Benediktinerinnenabtei St. Hildegard liegt in exponierter, weithin sichtbarer Hanglage hoch über Eibingen und Rüdesheim, eingebettet in die Weinberge des Rheingaus. Der Baukomplex, eine neuromanische Anlage mit markanter Doppelturmfassade, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus vor Ort gebrochenem Quarzit mit Werksteingliederungen aus rotem Sandstein errichtet. Alle Dächer sind traditionell mit Schiefer gedeckt. Die Basilika ist zweischiffig und besteht aus einem Haupt‑ und einem südlichen Seitenschiff mit einem halbkreisförmigen Anbau, der Halbkreisapsis, sowie einem großen rechteckigen Nonnenchor auf der Nordseite. Das Kloster gruppiert sich um zwei Innenhöfe und ist hangbedingt drei‑ bis fünfgeschossig.
Die Abtei St. Hildegard ist das einzige in Europa erhaltene Werk der Beuroner Kunstschule, in dem Architektur, Ausstattung, Wandmalerei und Liturgie als Gesamtkunstwerk bis heute zusammenwirken. Die Wandmalereien der Abteikirche, die zwischen 1907 und 1914 von Pater Paulus Krebs geschaffen wurden, gelten als Hauptwerk dieser Kunstschule. Zugleich steht die Abtei in direkter geistlicher Nachfolge der von der heiligen Hildegard von Bingen gegründeten Klöster Rupertsberg und Eibingen. Das theologische und naturkundliche Werk der 2012 zur Kirchenlehrerin erhobenen Mystikerin und Gelehrten ist bis heute aktuell.
Als „Stadt auf dem Berg“ markiert die Abtei unübersehbar den Eingang zum UNESCO‑Welterbe Oberes Mittelrheintal mit Wanderwegen wie Rheinsteig oder Klostersteig, die zur Abteikirche führen.
Die Benediktinerinnenabtei St. Hildegard ist eines der über 300 Denkmale, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden, der Erträge der Treuhandstiftungen, mit Hilfe der GlücksSpirale allein in Hessen bisher fördern konnte.