Grablege aus dem 19. Jahrhundert und Altarrelief aus der Zeit um 1630
Bei einem Pressetermin vor Ort am Donnerstag, den 20. August 2026 um 11.00 Uhr überbringt Rolf Klostermann, Ortskurator Sauerland der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 15.000 Euro für die Herstellung einer digitalen Bestandsdokumentation mit Planungsgrundlage und Schadensbeschreibung sowie die Restaurierung des Altarreliefs einschließlich des tragenden umgebenden Wandsegments und der Altarmensa an die Vertreter des Denkmaleigentümers Maximilian Freiherr von Wendt und Clemens Freiherr von Wendt. Die Förderung wurde möglich dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der GlücksSpirale.
Bei dem Baudenkmal auf dem städtischen Friedhof in Bigge handelt es sich um eine achteckige Grabkapelle mit einer rund 15 Meter langen tonnengewölbten Grablege der Familie von Wendt. Die Kapelle wurde 1863 nach Plänen des Münsteraner Architekten Franz Wolke errichtet. Ihren Ursprung hat die Anlage jedoch bereits einige Jahre zuvor: Nach dem Tod seiner zweiten Ehefrau beantragte Franz Wilhelm von Wendt im Jahr 1847 den Ankauf eines etwa 800 Quadratmeter großen Teils des Bigger Friedhofsgeländes zur Errichtung einer Familiengruft. Die Grablege wird seit der Mitte des 19. Jahrhunderts für Bestattungen genutzt.
Im Inneren der Kapelle sind wesentliche Teile der bauzeitlichen Ausstattung erhalten. Dazu zählen die Bänke sowie ein bedeutendes Altarrelief aus der Zeit um 1630, das die Kreuzabnahme Jesu zeigt und dem Bildhauer Gerhard Gröninger zugeschrieben wird. Im 1870 geweihten Altarstein befindet sich zudem eine Reliquie des heiligen Franz von Assisi aus den Katakomben in Rom, welche 1870 vom Paderborner Weihbischof J. Freusberg gestiftet wurde.
Die nun geförderte Maßnahme beginnt mit der Erstellung einer digitalen Bestandsdokumentation einschließlich Planungsgrundlage und Schadensbeschreibung. Diese bildet die Grundlage für die anschließende Restaurierung des Altarreliefs und des tragenden Wandsegments. Die heutige Farbfassung des Reliefs entstand zunächst 1870 durch Joh. Hoffmann. Bereits 1897 wurde sie von P. Lenzen überarbeitet und später noch zweimal durch Angehörige der Familie von Wendt erneuert.
Die Freiherr von Wendt’sche-Kapelle gehört nunmehr zu den über 890 Denkmalen, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale von WestLotto allein in Nordrhein-Westfalen gefördert hat.
FÜR PRESSEVERTRETER:
Bei Terminangaben ist die Pressemitteilung als Einladung zu verstehen.