Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Sanierung der Süd- und Westfassade
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt 101.000 Euro für Arbeiten an der Süd- und Westfassade des Anbaus am ehemaligen Rittergut Aue in Wanfried bereit. Die Förderung wurde möglich dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale.
Das Rittergut Aue ist ein schlossartiger ehemaliger Adelssitz aus dem Jahr 1576. Er wurde von Reinhard von Eschwege als Lehen des Kurfürsten Friedrich II. von Sachsen erbaut. Betreten wird die Anlage durch ein rundbogiges Renaissanceportal. Aus der Erbauungszeit haben sich unter anderem die Kelleranlagen mit Resten eines Wendelsteins erhalten.
Charakteristisch für das Gebäude sind zwei klar gegliederte Fachwerkgeschosse über einem massiven Sockelgeschoss aus rotem Sandstein. Das Herrenhaus ist in den Hang gebaut und wird auf der rückwärtigen Seite von einer Parkanlage mit Natursteinmauer begrenzt. Den Hof rahmen Wirtschaftsgebäude des 19. Jahrhunderts und jüngerer Zeit.
Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg erhielt das Gebäude erneuerte Fachwerkgeschosse mit Utluchten und aufstehenden Zwerchhäusern. Weitere bauliche Erweiterungen erfolgten vermutlich nach dem Wiederaufbau im 17. Jahrhundert sowie um 1800. Noch heute lassen Spuren am ehemaligen Giebel auf ein historisches Brandereignis schließen. Die nun geförderten Arbeiten an der Süd- und Westfassade des Anbaus dienen dazu, die historische Bausubstanz des Ritterguts dauerhaft zu erhalten.
Das ehemalige Rittergut Aue gehört seit 2023 zu den über 300 Denkmalen, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Hessen fördern konnte.