Der Gleiberg-Verein kümmert sich seit 1879 um Erhalt und Instandsetzung
Arbeiten an der Nordmauer der Unterburg von Burg Gleiberg in Wettenberg-Krofdorf stehen an. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Anstrengungen des Gleiberg-Vereins e.V. mit 95.000 Euro. Den dazugehörenden Fördervertrag überbringt bei einem Pressetermin vor Ort am Dienstag, den 4. August 2026 um 11.00 Uhr Daniela Vogt, Ortskuratorin Marburg der DSD, im Beisein von Thomas Grün von Lotto Hessen an Vereinsvorstand Andreas Kraft. Ermöglicht wird die Förderung durch zahlreiche Spenden sowie die Erträge der Lotterie GlücksSpirale.
Burg Gleiberg wurde vermutlich bereits im 10. Jahrhundert auf dem gleichnamigen 308 Meter hohen Basaltkegel gegründet. Heinrich V. zerstörte die Stammburg der Gleiberger Grafen 1103. Im darauffolgenden Jahrhundert bauten die Herren von Merenberg an der Veste, die 1323 durch Heirat an die Grafen von Nassau-Weilburg fiel. Dadurch verlor die Burg ihre Residenzfunktion und sank zum unbedeutenden Verwaltungssitz ab. Trotzdem wurde in dieser Zeit die Wehrfunktion der Oberburg verstärkt. 1646 zerstörten niederhessische Truppen die Burg. Die Oberburg wurde nicht wieder aufgebaut und blieb Ruine. 1816 fiel die Anlage an den preußischen Staat. 1879 wurde der Gleiberg-Verein Eigentümer der Burg mit der Verpflichtung zu Erhalt und Instandsetzung. Im selben Jahr restaurierte Hugo von Ritgen im Auftrag des Gleibergvereins die Unterburg.
Die Unterburg entstand nach 1575 mit zwei rechtwinklig angelegten Flügeln, mit dem sogenannten Nassauer- und dem Albertusbau. Die weiterhin genutzte Unterburg ist durch eine Tordurchfahrt zugänglich, deren Portal aus Bossenquadern besteht. Ringmauern umschließen den Hof östlich.
Noch heute wird die Anlage allseitig von Mauern umschlossen und ist nur von Süden her zugänglich. Hinter dem Mauermantel aus dem 14. und 15. Jahrhundert erhebt sich der runde, 30 Meter hohe und 12 Meter im Durchmesser messende Bergfried, der vermutlich aus dem ausgehenden 12. Jahrhundert stammt. Etwa in halber Höhe springt der Schaft sockelartig zurück. Hier war einst das Verlies untergebracht. Ein wenig höher gelegen befindet sich der einzige Zugang zum Turm über eine Rundbogentür auf der Westseite. Darüber erheben sich drei weitere flachgedeckte Geschosse.
Die Gebäude der Ruine lassen sich immer noch erkennen. Westlich des Bergfrieds sind die Fundamente eines quadratischen Turmes aus Quadermauerwerk erhalten, die vermutlich aus dem 11. Jahrhundert stammen. Nördlich lässt sich der im späten 15. Jahrhundert erweiterte Palas und Reste der spätstaufischen Burgkapelle aus der Zeit um 1250 erkennen, die ursprünglich zwei Kreuzgewölbe auf Wanddiensten mit Knospenkapitellen besaß. Östlich verläuft die Wehrmauer aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Im Norden und Westen hat man der Anlage im 15. Jahrhundert Zwinger mit Türmen vorgelagert.
Burg Gleiberg wurde bereits 2013 von der DSD gefördert und gehört zu den über 300 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Lotterie von Lotto, die Gutes tut, allein in Hessen fördern konnte.
FÜR PRESSEVERTRETER: Bei Terminangaben ist die Pressemitteilung als Einladung zu verstehen.