17.08.2026

Baustart für den Bauhof der Internationalen Jugendbauhütte Berlin

Jugendarbeit Berlin
Baustart für den Bauhof der Internationalen Jugendbauhütte Berlin
offizieller Baustart für den Bauhof der Internationalen Jugendbauhütte Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks Berlin-Schöneweide

Junge Freiwillige bekommen in Berlin ein Zuhause

Am Montag, den 17. August 2026, ist der offizielle Baustart für den Bauhof der Internationalen Jugendbauhütte Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks Berlin-Schöneweide und die Jugendbauhütte erhält ein eigenes Zuhause.

Mit der Enthüllung des Baustellenschilds geben die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) als Bauherr, die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen als wichtiger Fördermittelgeber, die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) als Träger der Jugendbauhütte sowie das Planungsbüro ZRS das Startsignal für ein einzigartiges Projekt: eine Werkstatt für Jugendliche, die sich dem Handwerk und der Denkmalpflege widmen. Der Neubau an der Wagner-Régeny-Allee in Berlin-Treptow-Köpenick wird künftig Holz- und Metallwerkstätten für bis zu 30 Freiwillige beherbergen.

Senatsbaudirektorin Prof. Petra Kahlfeldt freut sich über den Baubeginn: „Heute ist ein Meilenstein für die Denkmalpflege und den Nachwuchs im Handwerk. Der Baustart des Bauhofs ist weit mehr als der Neubau eines Werkstattgebäudes. Es ist die Realisierung einer Vision von Nachhaltigkeit, Handwerkskunst und gelebter Denkmalpflege. Ich bin dankbar für das großartige Engagement aller Beteiligten und den überzeugenden Entwurf von ZRS-Architekten. Damit schaffen wir gute Arbeitsbedingungen für den Nachwuchs im Handwerk und in der Denkmalpflege sowie gleichzeitig ein Zuhause für die Internationale Jugendbauhütte Berlin.“

Der Weg zum Bauhof ist das Ergebnis eines klaren politischen Willens: 2018 verpflichtete sich das Berliner Abgeordnetenhaus zur Etablierung einer Jugendbauhütte. Das Land Berlin hat sich seither für die Weiterentwicklung der Jugendbauhütte eingesetzt und ihre Arbeit mit zusätzlichen Mitteln unterstützt.

Dr. Simon Geisler, Abteilungsleiter Bewusstseinsbildung der DSD betont die Notwendigkeit der dauerhaften Partner für ein solches Projekt. „Zum Team gehören der Dampflokfreunde Berlin e. V., viele spannende Einsatzstellen im Handwerk und der Archäologie, die Haupt- und Ehrenamtlichen der ijgd, die Freiwilligen selbst, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und die großzügigen Spender und Spenderinnen der privaten Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die seit 1999 das Projekt Jugendbauhütten lieben und durch ihre Unterstützung möglich machen. So bekommt Denkmalpflege eine Zukunft.“

Seit ihrer Gründung 2020 vermittelt die Internationale Jugendbauhütte Berlin junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren in Einsatzstellen des Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege und ermöglicht ihnen damit einen Einblick in die Tätigkeitsfelder der Denkmalpflege. Sie bringt den Freiwilligen praktische Fähigkeiten in der Denkmalpflege näher – ob in der Restaurierung von Stein, Holz oder Metall oder in der Archäologie.

Bislang fehlte der Jugendbauhütte jedoch ein eigener Werkstattort, um mit Seminargruppen zu arbeiten, eigene Projekte umzusetzen und Handwerkstechniken zu lehren. „Der heutige Startschuss für die Errichtung des Bauhofs markiert für die ijgd einen wichtigen Schritt auf dem Weg in eine neue Ära der Arbeit der Jugendbauhütte Berlin. Mit den verschiedenen Werkstätten, Seminarräumen und Lagermöglichkeiten schafft der Bauhof endlich ein passendes Zuhause für die Mobile Gruppe der Jugendbauhütte und ideale Bedingungen für die Seminararbeit im FSJ in der Denkmalpflege – ein echter Quantensprung!“, sagt Johannes Zerger vom Vorstand der ijgd.

Das Werkstattgebäude mit etwa 466 Quadratmetern Nutzungsfläche wird eine Metallschmiede, eine Holzwerkstatt, eine Multifunktionswerkstatt für Restaurierungen sowie Sozialräume und Lagerflächen umfassen. Der Entwurf des Büros ZRS-Architekten ist ein funktionaler Holzständerbau mit Lehmgefachen – und damit auch ein Modell für zukunftsfähiges Bauen mit natürlichen Baustoffen. „Durch den Einsatz wiederverwendeter Bauteile, nachwachsender Rohstoffe und traditioneller Handwerkstechniken entsteht ein Ort, an dem ressourcenschonendes Bauen, Denkmalpflege und Bildung miteinander verbunden sind. Die enge Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten macht den zirkulären Ansatz möglich. Besonders wertvoll ist, dass die Jugendbauhütte den Bauhof nicht nur nutzt, sondern ihn selbst mitgestaltet und errichtet“, so Architekt Prof. Eike Roswag-Klinge. Zahlreiche Bauelemente bestehen aus wiederverwendeten (Re-Use) Materialien: Dachhaut, Holzlamellen der Fassade, Ziegelsteine, Fenster und Türen stammen von anderen historischen Gebäuden und erhalten ein zweites Leben. Bereits während der Vorbereitungsphase haben Freiwillige der Jugendbauhütte Baumaterialien „gerettet" und Lehmsteine hergestellt und auf Vorrat produziert. Nun werden Azubis von Berliner Berufsschulen und Freiwillige der Jugendbauhütte unter fachlicher Anleitung den Bau selbst durchführen – eine Lernbaustelle, bei der praktisches Wissen, Handwerkskunst und Nachhaltigkeit zusammenkommen.

Wie die Werkstatt genutzt wird, zeigen eindrückliche Bilder, mit denen der Leiter der Berliner Jugendbauhütte Henrik Drewes Einblicke in die Seminararbeit gibt. Für die Durchführung der Bildungsseminare mussten die Freiwilligen bisher in Kleingruppen auf die Stadt verteilt werden. Henrik Drewes: „Der Bauhof wird ein Ort, an dem alle Freiwilligen gemeinsam üben, lernen und staunen können. Staunen, über ihre eigenen Fertigkeiten ebenso wie über die Kunstfertigkeit unserer Vorfahren. Der Bauhof ergänzt die berufliche Erfahrung in den Einsatzstellen und gibt Freiwilligen zahlreiche Möglichkeiten neue Inhalte der Denkmalpflege kennenzulernen“.

Der Standort ist bewusst gewählt: Das ehemalige Bahnbetriebswerk Schöneweide ist selbst ein Industriedenkmal. Seit 2020 führt die Jugendbauhütte Erhaltungsmaßnahmen an den Nebengebäuden und dem Wasserturm durch und trägt damit zur Umsetzung des Projekts DampflokWerk Berlin bei – eine Begegnungsstätte von lokaler Bedeutung. Eine enge Kooperation mit den Dampflokfreunden Berlin e. V. macht den Ort zu einem Anziehungspunkt für Denkmalbewusstsein und handwerkliches Lernen.

Die Internationale Jugendbauhütte Berlin wurde 2020 als Teil des bundesweiten Projektes Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste e. V. (ijgd) gegründet. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Stiftung für Denkmalpflege in Deutschland, die von bürgerschaftlichem Engagement getragen wird.

Die ijgd sind ein bundesweit tätiger, föderaler Träger der Jugendhilfe. Die Internationale Jugendbauhütte Berlin wird außerdem seit ihrem Start unterstützt und gefördert durch die Oberste Denkmalschutzbehörde / UNESCO-Welterbe in Berlin (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen).

Ehemaliges Bahnbetriebswerk Berlin-Schöneweide
Enthüllung des Bauschilds anlässlich des Baustarts für den Bauhof der Internationalen Jugendbauhütte Berlin
offizieller Baustart für den Bauhof der Internationalen Jugendbauhütte Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks Berlin-Schöneweide
Gruppenfoto mit Teilnehmern der Internationalen Jugendbauhütte Berlin anlässlich des Baustarts für den Bauhof am Bahnbetriebswerk Berlin-Schöneweide
Baustart für den Bauhof der Internationalen Jugendbauhütte Berlin

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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