Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die mittelalterlichen Glasfelder
Am Mittwoch, den 8. April 2026 um 9.30 Uhr besichtigen Dr. Jürgen von Both, Ortskurator Wismar der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), Pastorin Antje Exner, Küsterin Ulrike Rachholz sowie Elisabeth Aßmann, Geschäftsführerin von Lotto Mecklenburg‑Vorpommern und Julian Czerwiec, Mitarbeiter Öffentlichkeitsarbeit bei Lotto Mecklenburg‑Vorpommern, gemeinsam die laufenden Restaurierungsarbeiten in der Heiligen-Geist-Kirche in Wismar.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert das Projekt mit insgesamt 50.000 Euro, davon stammen 5.000 Euro von der Peter Dornier Stiftung. Die Maßnahme umfasst die Restaurierung der mittelalterlichen Glasfelder in einer spezialisierten Werkstatt, einschließlich Demontage, Konservierung und Wiedereinbau sowie den Einbau einer neuen Schutzverglasung. Ergänzend erfolgen detaillierte Voruntersuchungen und eine wissenschaftliche Dokumentation des Bestands. Das Gotteshaus gehört seit dem Jahr 2000 zu den über 660 Denkmalen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz aus privaten Spenden, ihren Treuhandstiftungen sowie aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Mecklenburg‑Vorpommern fördern konnte.
Zum Objekt
1326 wurde der Hauptaltar der einschiffigen, spätgotischen Hallen- und Spitalkirche Heiligen Geist geweiht. Der Kirchensaal diente gleichzeitig als Gotteshaus, Klinik und Herberge. 1411 wurde an der Westseite des Heiligen-Geist-Hofes ein neues Siechenhaus erbaut und im 16. Jahrhundert auch das Wohnen in der Kirche endgültig aufgegeben. In dem Spital sollten „die Werke der Barmherzigkeit durch der Gläubigen Almosen geübet, die Schwachen erquicket, die im Geiste verwirrten und vom versehrten Gewissen Geängstigten getröstet, die Armen, Elenden und Frembden zur Herberge aufgenommen und entgästet und andere dergleichen christliche Dienste geleistet werden“, heißt es bei Magister Dietrich Schröder im 18. Jahrhundert.
1699 stürzte bei der Explosion dreier nahegelegener Pulvertürme das gotische Tonnengewölbe der Kirche ein. Bei der Wiederherstellung veränderte man den Charakter des Raumes durch das Einziehen einer barocken Holzbalkendecke. Sie wurde bemalt mit 104 spielenden Putten und 26 von Akanthusranken gerahmten Medaillons, die Szenen aus dem Alten Testament zeigen. Zu den weiteren Ausstattungsstücken zählt die Kanzel von 1585 und die mit Zunftzeichen versehenen Wangen des Gestühls von 1571-1589. Neben mittelalterlichen Fresco-Resten an der Nordwand ist an der Südwand des Schiffs ein Fresco aus der Erbauungszeit der Kirche erhalten. Ein hierzulande einzigartiges an die Wand gemaltes Meditationsbild für Kranke bildet aus 99 gotischen Majuskeln 504 Mal die Worte Deo Gracias – Gott sei Dank.
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