30.01.2023

Bayern – Förderjahr 2022 im Rückblick der DSD

Bayern
Bau am Cavazzen in Lindau * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

64 Denkmale erhielten einen Fördervertrag

Über 60 Denkmälern allein in Bayern kam die verlässliche Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) im vergangenen Jahr zugute. Dank zahlreicher privater Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär die DSD ist, aber auch dank mancher Nachlässe und Geldauflagen konnte die Denkmalschutzstiftung insgesamt über 2,8 Millionen Euro im Bundesland in Verträge binden. Bundesweit unterstützte die private Denkmalschutzstiftung 2022 insgesamt 650 Objekte mit rund 27,5 Millionen Euro.

Zu den 2022er DSD-Projekten in Bayern gehörte beispielsweise das Haus zum Cavazzen in Lindau, „eines der schönsten barocken Bürgerhäuser der Bodenseeregion“ (siehe Foto). Hier stellte die DSD für die Instandsetzung des Großen und Kleinen Cavazzen dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 100.000 Euro zur Verfügung. Das „Haus zum Cavazzen“ ist eine zweiflügelige Anlage mit großzügig dimensioniertem Hauptbau und niedrigerem Seitenflügel, für die sich später die Bezeichnungen „großer“ und „kleiner“ Cavazzen einbürgerten. Es wurde in den Jahren 1729/1730 für die begüterte Kaufmannsfamilie Seutter am westlichen Marktplatz errichtet, nachdem im Jahr zuvor ein Großteil der Häuser rings um den Marktplatz einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen war. Der spätere Besitzer Ludwig Kick stiftete das Haus der Stadt Lindau zum Zweck, ein Heimatmuseum in dem Gebäude einzurichten. Am 19. Juli 1930 wurde die Eröffnung gefeiert. Zu den weiteren DSD-Projekten 2022 gehörten Schloss Neunhof in Nürnberg, wo dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale die Instandsetzung der Dachwerke und Decken unterstützt werden konnte, und die Stiftsbasilika St. Martin in Landshut, wo die DSD die Konservierung der Wandmalereien und Originalwandputze der an die Fenster angrenzenden Innenwandflächen förderte. Schließlich wurden auch dem Frühmesshaus in Kirchensittenbach, dem Gutshof Alte Mühle in Mainleus und Burg Rothenfels in Bergrothenfels Unterstützung zuteil. Jedes dieser Denkmale stellt eine einzigartige Kostbarkeit dar.

Das Förderprogramm der Deutschen Stiftung Denkmalschutz umfasst private und öffentliche Denkmale wie Kirchen, Klöster, Schlösser, Burgen, Bürgerhäuser, technische Denkmäler, archäologische Grabungen und historische Grünanlagen. Nur durch die tatkräftige Mithilfe vieler Mitbürger lassen sich diese Kunstschätze unserer Kulturlandschaft erhalten. Die Förderung durch die DSD versteht sich auch immer als Anerkennung des beispielhaften Bemühens der Denkmaleigentümer, Fördervereine, Kommunen und Gemeinden in ihrem Einsatz für den kulturellen Erinnerungsschatz, der uns allen Heimat schenkt.

Weitere Infos und Beispiele unter www.denkmalschutz.de

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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