29.08.2013

Besonderes in Hamburg am Tag des offenen Denkmals

Hamburg
Die NS-Kolonialdenkmale in der Lettow-Vorbeck-Kaserne © Leonie Schottler, Teilnehmerin bei Fokus Denkmal 2013

Großes Besuchsangebot und viele Attraktionen

Kurzfassung: Am Sonntag, dem 8. September 2013, dem Tag des offenen Denkmals, sind in Hamburg rund 115 Denkmale geöffnet. Zu den Besonderheiten gehören unter anderem die Ehemalige Impfanstalt Am Lohmühlenpark, die einstige Kinderbewahranstalt am Holstenwall, die NS-Zwangsarbeiter-Baracken am Wilhelm-Raabe-Weg 23, der Gedenkort für den Deutschen Kolonialismus in Afrika mit den NS-Kolonialdenkmalen in der Lettow-Vorbeck-Kaserne in der Wilsonstraße 45. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert den Tag des offenen Denkmals, die wohl größte Kulturveranstaltung in Deutschland, seit 1993. Weitere Infos zum Programm unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Langfassung: Die Ehemalige Impfanstalt - Wohnprojekt Brennerei, Am Lohmühlenpark 1 in 20099 Hamburg-Mitte gehört am Tag des offenen Denkmals, dem 8. September 2013, zu den Besonderheiten der geöffneten Denkmale in Hamburg. Das ansonsten nicht zugängliche Gebäude kann am Denkmaltag von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr besichtigt werden. Jeweils zur vollen Stunde findet eine Führung statt. Die ehemalige Impfanstalt in St. Georg entstand zwischen 1897 und 1902 nach Plänen des Oberimpfarztes Leonard Voigt. Vor fünf Jahren wurde die Anstalt durch das Architektenbüro Plan R zum Wohnhaus umgebaut. Erhalten blieb der Jugendstilsaal, um den sich die Wohnungen der 20 heute hier in einem selbst verwalteten Wohnprojekt lebenden Familien und Einzelpersonen gruppieren.

Eine weitere Hamburger Besonderheit ist die Ehemalige Kinderbewahranstalt am Holstenwall 6 in 20355 Hamburg-Neustadt. Die erste Kinderkrippe der Hansestadt wurde 1852 am Krayenkamp gegründet und fünfzig Jahre später am Holstenwall neugebaut. 1987 zog man in die neue Kita Kohlhöfen und überließ das Gebäude der Öffentlichen Rechtsauskunft. Schließlich wurde es zu einem Wohngebäude umgenutzt. Am Denkmaltag ist es von 12.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet. Der Verein Freunde der Denkmalpflege e.V. informiert mit einem Infostand, Führungen finden nach Bedarf statt.

Die Ehemaligen NS-Zwangsarbeiter-Baracken im Wilhelm-Raabe-Weg 23 in 22335 Hamburg-Fuhlsbüttel, in der Nähe des Flughafens, dienten der Firma Kowahl und Bruns in den Jahren von 1943 bis 1945 zur Unterbringung von 150 niederländischen, italienischen, französischen und belgischen Zwangsarbeitern, die zu Arbeiten auf dem Flughafen und in der Rüstungsproduktion eingesetzt wurden. Dem geplanten Abriss entgingen die letzten, weitgehend im Originalzustand erhaltenen Baracken durch den Einsatz der Willi-Bredel-Gesellschaft, die die Gebäude saniert hat. In der in Segmentbauweise errichteten ehemaligen Reichsluftschutzbaracke, Typ RL IV, informieren drei Dauerausstellungen über die Zwangsarbeit in Hamburg, am 8. 9. von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Geführt wird auf Anfrage.

<img src="https://www.denkmalschutz.de/fileadmin/_migrated/RTE/RTEmagicC_09.png.png" data-htmlarea-file-uid="21" data-htmlarea-file-table="sys_file" txdam="6173" height="244" width="300" alt="" />© Bredelgesellschaft

Um die NS-Kolonialdenkmale in der Lettow-Vorbeck-Kaserne in der Wilsonstraße 45 in 22045 Hamburg-Jenfeld aus der NS-Zeit, die an Kommandeure und Soldaten der Kaiserlichen Schutztruppe Deutsch-Ostafrikas erinnern, geht es am Denkmaltag zunächst um 11.00 Uhr. Zu einem Rundgang laden Nachfahren der Kolonisierten, der Tansanier M. S. Mboro, die afrodeutsche Schauspielerin Z. Horstmann und der Historiker C. Kopp ein und stellen sich der Frage. Wie kann Hamburg - als Partnerstadt Daressalams in Tansania - mit dieser Hinterlassenschaft verantwortungsvoll umgehen? Die zeitweise abgebauten und im Tansania-Park auf dem Gelände der Kaserne wiedererrichteten Askari-Reliefs sorgten in der Vergangenheit für Proteste. Zustimmung in der Hamburgischen Bürgerschaft fand der Gedanke, die Denkmale an einem Ort des Austausches zu erklären und aufzuzeigen, dass ein Weg vom Rassenhochmut zu einer Partnerschaft Hamburg - Daressalam möglich ist. Am Denkmaltag ist eine Führung um 10.00 Uhr vorgesehen, um 12.30 Uhr schließt die Kaserne.

<img src="https://www.denkmalschutz.de/fileadmin/_migrated/RTE/RTEmagicC_13.png.png" data-htmlarea-file-uid="23" data-htmlarea-file-table="sys_file" txdam="6174" height="196" width="300" alt="" />© Leonie Schottler, Teilnehmerin bei Fokus Denkmal 2013

Weitere Informationen zum Programm unter www.tag-des-offenen-denkmals.de

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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