DSD fördert Zimmererarbeiten bei der Fassadeninstandsetzung
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale mit 11.000 Euro die Zimmererarbeiten bei der Fassadeninstandsetzung der Bethlehem-Kirche in Kiel-Friedrichsort. Die Bethlehemkirche wurde 1875 von der preußischen Marinebehörde als provisorische Garnisonskirche aus Holz errichtet. Sie galt als Ersatz für den baufälligen Kirchenraum in der Festung Friedrichsort.
Die 1632 von den Dänen errichtete Festung Friedrichsort gehörte ab 1865 zu Preußen, erwies sich aber für die geplanten militärischen Einrichtungen als zu klein. So entstand westlich der Festung im Laufe der Jahre der Ort Friedrichsort.
Von hohen Linden gerahmt liegt die Kirche in einem Gebäudeensemble. Der holzverschalte Fachwerkbau brachte der Kirche den Spottnamen "Religions- oder Gebetsschuppen" ein.
Der kleine Saalbau hat einen nach Westen eingerückten Rechteckchor und einen zweigeschossigen Eingangsvorbau im Osten, mit Dachreiter und Glocke. Die Orientierung des Altars nach Westen und die einfache Bauweise fallen auf. Zur ursprünglichen Innenausstattung gehören Kanzel, Bänke, Empore und das Abendmahlsgemälde - mit der Signatur JJS Anno 1714 - aus der ehemaligen Kapelle im Kommandantenhaus der Festung.
Die Kirche ist eines der letzten Zeugnisse der Garnisonsgeschichte in Friedrichsort: die Schule wurde 1954, die Matrosen-Artillerie-Kaserne 1977 und die Friedhofskapelle 1999 abgerissen, das ehemalige Lazarett nutzt heute die Heinrich-von-Stephan-Schule.
Das Gotteshaus, das die DSD bereits 2009 und 2013 gefördert hat, gehört zu den über 280 Denkmalen, die die DSD aus privaten Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie den Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Schleswig-Holstein fördern konnte.