Der Maler und Grafiker schuf ein begehbares Kunstwerk und wäre dieses Jahr 100 geworden
Mit der Übergabe einer Bronzeplakette wird die Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) für das Haus und denkmalgeschützte Anwesen von Maler und Grafiker Gerhard Altenbourg in Altenburg künftig sichtbar sein. Die kleine Bronzetafel wird am Dienstag, den 12. Mai 2026, um 15.30 Uhr von Martin Burkhardt vom DSD-Ortskuratorium Leipzig an Dr. Roland Krischke, Vorsitzender der Stiftung Gerhard Altenbourg, vor dem Künstlerhaus übergeben.
Die DSD hatte das Künstlerhaus Gerhard Altenbourg zuletzt mit 20.000 Euro gefördert. Die Mittel dienten der vorbereitenden Konzeption notwendiger Sanierungsmaßnahmen und erster Arbeiten, dazu gehörten eine photogrammetrische Vermessung des Gebäudes, restauratorische Untersuchungen, die Erstellung eines Sanierungskonzepts und die statische Notsicherung und Trockenlegung des Sockels. Möglich wurde die Unterstützung dank der privaten Förderer der DSD.
Haus und Garten am Braugartenweg in Altenburg gehören zum Nachlass von Künstler Gerhard Ströch (1926-1989), der sich Gerhard Altenbourg nannte, und werden seit 2013 von der selbständigen Stiftung Gerhard Altenbourg betreut und verwaltet. Zum Nachlass gehören künstlerische Arbeiten wie Radierungen, Zeichnungen und Gemälde, Arbeitsmittel, Einrichtungsgegenstände, Persönliches und eine Bibliothek. In diesem Jahr wäre Gerhard Altenbourg 100 Jahre alt geworden.
Zum Objekt
Das Künstlerhaus am Braugartenweg 11 ist ein 1932/1934 errichtetes Siedlungshaus des Architekten Emil Möller, ausgeführt von Baumeister Erich Nehring. Der zweigeschossige, vollunterkellerte Ziegelbau mit Satteldach steht exemplarisch für die Baukultur des Neuen Bauens der frühen 1930er Jahre. Charakteristisch sind die klar gegliederten, verputzten Fassaden. Durch die Anordnung und Formate der Fenster und teilweise roter Klinkerflächen entsteht eine besondere Gliederung der Fassade.
Seit den 1950er Jahren, insbesondere nach dem Tod seiner Mutter, hat Altenbourg Haus und Garten umfassend umgestaltet. Er gestaltete die Innenräume mit Wandmalereien, Metallarbeiten, bemalte Türen, ergänzte Fund‑ und Naturmaterialien, erneuerte Fenster. Atelier, Salon und Flure wurden so zu einem einzigartigen künstlerischen Kosmos und zu einem begehbaren Kunstwerk. Auch Garten und Zaun tragen Altenbourgs Handschrift mit Steinskulpturen, Metallgittern und plastischen Arbeiten.
Das weitgehend original erhaltene Anwesen dokumentiert eindrucksvoll das Leben und Schaffen des Künstlers, der sich konsequent der offiziellen Kunstpolitik der DDR verweigerte und vom Staatsapparat deshalb immer wieder behindert wurde. Altenbourg erhielt internationale Anerkennung, etwa durch seine Teilnahme an der documenta II 1959 in Kassel.
Das Künstlerhaus ist eines der über 600 Objekte, die die DSD dank privater Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie den Mitteln der Lotterie GlücksSpirale in Thüringen bisher unterstützen konnte.
Für Pressevertreter:
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