Restaurierung des Dachs von Turmhaube konnte dank privater Förderer unterstützt werden
Das Dach der Turmhaube der St.-Aegidius-Kirche in Beichlingen im Landkreis Sömmerda konnte dank der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) und ihrem Stiftungsfonds Dorfkirchen wieder instandgesetzt werden. Eine kleine Bronzetafel an der Kirche wird darauf künftig hinweisen.
„Gefördert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“ lautet der Text auf der bronzenen Plakette, die am Montag, den 13. April 2026, um 11.00 Uhr übergeben und anschließend angebracht wird. Lars Ludwig, Leiter des Ortskuratoriums Erfurt der DSD, wird die Bronzetafel an den Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates,
Egbert Geißler, überreichen.
Mit 25.000 Euro sind Arbeiten an der achteckigen Turmhaube – das alte Schieferdach wurde entfernt und entsorgt und die Turmhaube neu eingedeckt – unterstützt worden. Die Mittel konnten dank der privaten Förderer der DSD, und mit Hilfe der GlücksSpirale Thüringen, bereitgestellt werden.
Über das Objekt
Die Dorfbild prägende, evangelische Kirche ist im Original 1710 errichtet worden, brannte 1930 aber ab. In den Jahren 1931 und 1932 wurde die Kirche mit Ziegelsteinen wieder aufgebaut. Das wahrscheinlich aus dem Vorgängerbau stammende untere Drittel des Kirchturms ist hingegen aus Natursteinen ausgeführt.
Der Laterne, ein Dachaufsatz mit Lichtöffnungen, der schiefergedeckten, achteckigen Kirchturmhaube schließt sich eine weitere, kleinere, ebenfalls achteckige Turmhaube an, die von einer Kupferkugel und einer Wetterfahne geziert wird. Das Kirchenschiff ist mit einem Mansarddach gedeckt.
Den Innenraum der Kirche ist von einer umlaufenden Holzempore mit Brüstung charakterisiert, deren Fläche durch Rahmen und vertiefte Flächen, sogenannte Kassetten oder Füllungen, gegliedert ist. Auf der Ostempore befindet sich eine Orgel der Firma Walker aus Ludwigsburg, im Westen des Kirchenschiffs ein hölzerner Kanzelaltar und ein steinerner Altartisch.
Die Kirche ist eine der seltenen noch vollständig erhaltenen Beispiele für einen Kirchenneubau aus der Zeit der Weimarer Republik in den frühen 1930er Jahren.
Auf dem Kirchfriedhof sind außerdem die Grafen und Herren von Werthern-Beichlingen, ein thüringisches Uradelsgeschlecht, das durch den Erwerb der Grafschaft Beichlingen 1519 an Bedeutung gewann, begraben. Auf dem Friedhof findet sich auch das Grab von Elisabeth Gräfin von Werthern-Beichlingen, geborene von Wedel, die zwischen 1961 und 1984 die erste Geschäftsführerin der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn war.
Die Kirche in Beichlingen ist eines der über 600 Objekte, die die private DSD dank Spenden, dank der Erträge ihrer Treuhandstiftungen und mit Hilfe der GlücksSpirale in Thüringen bereits fördern konnte.