Fördervertrag wird am Dienstag, den 7. Juli übergeben
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) fördert die Instandsetzung der Friedenskapelle im Marienstift in Braunschweig. Der Fördervertrag über 35.000 Euro wird Walter Dröge, Ortskurator Braunschweig der DSD, am Dienstag, den 7. Juli 2026, um 14.30 Uhr symbolisch an Ingo Beese, Finanzvorstand der Evangelischen Stiftung Neuerkerode, überreichen. Möglich ist die Unterstützung dank zweckgebundener und privater Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale.
Gefördert werden konkret Dachdeckungs- und Klempnerarbeiten, die notwendig sind, um weitere Feuchtigkeitsschäden am Bauwerk zu verhindern; Durchfeuchtungen durch defekte Dachbereiche und unzureichende Entwässerung haben unter anderem zu Putzabplatzungen geführt. Im Zuge der Arbeiten werden schadhafte Bauteile erneuert, die Dachkonstruktion wird instandgesetzt und das Dach unter Verwendung historischer Ziegel teilweise neu eingedeckt.
Die Friedenskapelle befindet sich in prominenter Lage am Haupteingang des traditionsreichen Krankenhauses an der Helmstedter Straße. Die Kapelle wurde 1902 als Leichenkapelle mit angeschlossenem Sezierraum für das Krankenhaus des Marienstifts errichtet. Der Bau zeigt typische Merkmale neugotischer Architektur um 1900. Charakteristisch sind das rote Backsteinmauerwerk, Spitzbogenportal, Zierelemente in Werkstein sowie der Dachreiter über dem Satteldach. Im Inneren finden sich figürliche Malereien, ein Auferstehungsfenster und am Altar ist die Inschrift „Es ist vollbracht!“.
Die Gründung des Marienstifts 1870 geht auf den Vaterländischen Frauenverein zurück. Die evangelisch-lutherische Diakonissenanstalt Marienstift wird gegründet, um Krankenschwestern auszubilden. Die Diakonissen stellen ihr Leben in den Dienst von Gott und von ihren Nächsten. Sie widmen sich hilfsbedürftigen Menschen, der Krankenpflege und Seelsorge. Die Diakonissenanstalt in Braunschweig entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert zu einer bedeutenden Einrichtung der Krankenversorgung in Braunschweig.
Die Kapelle ist Teil dieser historischen Gesamtanlage und dokumentiert sowohl die Baukultur des Historismus als auch die soziale und gesundheitliche Entwicklung der Stadt im Kaiserreich. Im Anbau befand sich einst der Sezierraum für pathologische Untersuchungen.Die Friedenskapelle und das Marienstift wurden im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Die Kapelle wurde 1964 wiederhergestellt. Nach nun längerem Leerstand soll die Kapelle künftig als „Zentrum Würde“ genutzt und ein Ort der Begegnung werden. Durch die Umgestaltung zur Begegnungsstätte bewahrt sie nicht nur den diakonischen Geist der Gründung, sondern schafft einen Ort für Trauer, Dialog und kulturellen Austausch. Mit der geplanten Sanierung wird die Grundlage geschaffen, diesen Nutzungsansatz langfristig zu sichern und das denkmalgeschützte Bauwerk für die Öffentlichkeit zu bewahren.
Die Friedenskapelle im Marienstift in Braunschweig ist eines der mehr als 580 Denkmale, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Niedersachsen fördern konnte.
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