Ein vielseitig genutztes Gebäude
Für die Dachsanierung des Fachwerkhauses in der Dornholzhäuser Straße 39 in Bad Homburg-Dornholzhausen stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie GlücksSpirale 50.000 Euro zur Verfügung. Den dazugehörigen Fördervertrag überbringt Werner Völler, Ortskurator Frankfurt am Main der DSD, im Beisein von Andreas Bickler von Lotto Hessen bei einem Pressetermin am Freitag, den 26. September 2025 um 11.00 Uhr an Simone Loewen vom Integrationsmuseum e.V. Das Bauwerk gehört nunmehr zu den über 290 Projekten, die die private DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Hessen fördern konnte.
Dieses älteste erhaltene Gebäude aus der Gründungszeit der Waldenserkolonie Dornholzhausen stand ursprünglich an anderer Stelle. Es war im Winter 1701/02 im Zentrum der Gemeinde, dem späteren Kirchenvorplatz, als Gotteshaus für die allmorgendlichen Andachten der Siedler errichtet worden. Wie alle Häuser der Waldenser ist es nach einem einheitlichen Bauplan einstöckig und in Fachwerkbauweise errichtet worden. Auf den schmalen Grundstücken wurden die Giebel der Häuser mit einer Breite von 6,3 Meter zur Straße hin ausgerichtet und der Eingang auf der 12 Meter breiten Längsseite angeordnet. Die beiden Zimmer im Erdgeschoss waren durch den Küchenflur getrennt, der die Diele mit dem vorderen und dem hinteren Zimmer verbindet. An der Seite jedes dieser Zimmer befand sich ein kleiner Schlafplatz, der durch einen einfachen Verschlag abgeteilt ist. Von der Diele führte eine Treppe zur straßenseitig gelegenen Dachboden-Mansarde. Bei einem Teil der Häuser ist der straßenseitig gelegene Gebäudeteil unterkellert und mit Öffnungen versehen, um Feldfrüchte einlagern zu können. Der Keller ist durch eine Falltür von der Diele her zugänglich.
Zum Objekt:
Als der Temple nicht mehr für alle Gottesdienstbesucher ausreichte, wurde das ehemalige Gotteshaus in ein Schulhaus mit Lehrerwohnung umgewandelt. Doch auch für diese Nutzung wurde das Gebäude mit der Zeit zu klein. Für einen größeren Neubau stand das alte Haus im Weg, sodass es 1832 für 300 Gulden auf Abbruch verkauft wurde. Der Käufer baute das Fachwerkhaus auf einem Gartengrundstück am oberen Ende der Dorfstraße außerhalb der ursprünglichen Bebauung 1832/1833 wieder auf. Bis 2021 war es privat bewohnt und erfuhr gerade in den 1960er/1970er Jahren zahlreiche Eingriffe in die Bausubstanz.
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