Eine hölzerne Toilettenanlage für die Häftlinge und viele bauzeitliche Details sind erhalten
Bei einem Pressetermin vor Ort am Donnerstag, den 26. Februar 2026 um 11.00 Uhr überbringt Wolfgang Grandinger vom Ortskuratorium Hamburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 19.270 Euro für Maler- und Tischlerarbeiten im Henri-Goldstein-Haus, in der Himmelmoorstraße 6 in 25451 Quickborn an Jens-Olaf Nuckel, den Vorsitzenden des Träger- und Fördervereins Henri-Goldstein-Haus e.V. Das Denkmal gehört seit drei Jahren zu den heute über 280 Denkmalen, die die DSD aus privaten Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Schleswig-Holstein fördern konnte.
Nur etwa 20 Kilometer nordwestlich von Hamburg befindet sich auf dem Stadtgebiet von Quickborn das Himmelmoor, das größte Hochmoor Schleswig-Holsteins. Bis 2018 wurde hier industriell Torf abgebaut. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde im Moor ein Arbeitslager für Strafgefangene eingerichtet. Sträflinge aus dem Zentralgefängnis Rendsburg arbeiteten hier als Torfstecher, später auch Kriegsgefangene. Die Gefängnisbauten sind im Heimatschutzstil errichtet worden.
Von den einst vorhandenen Holzbaracken, Wachtürmen und Stacheldrahtzäunen haben sich lediglich ein Wohn- und Werkstattgebäude mit einer 1930 angefügten, nach ihrem Erfinder benannten, Nissen-Hütte aus Wellblech erhalten sowie das Walmdachhaus in der Himmelmoorstraße 6, das an den vergitterten Erdgeschossfenstern als Gefängnisbau erkennbar ist. Der historisch bedeutendere Teil ist das museal als Henri-Goldstein-Haus genutzte Strafgefangenengebäude, das aus den 1930er Jahren stammt. Benannt ist es nach einem der über 50 französischsprachigen jüdischen Kriegsgefangenen, die während des Zweiten Weltkrieges zur Zwangsarbeit verurteilt waren und als Arbeitskommando 1416 in dem erhaltenen Barackenbau einsaßen. Die Gedenkstätte richtete der 2013 gegründete Förderverein Henri-Goldstein-Haus ein. Die Erinnerungen an die eigene fünfjährige Gefangenschaft veröffentlichte der Belgier Henri Goldstein (1920-2014) 1992 in einem Buch.
Zum Objekt:
Das Gebäude von 1935 steht bis heute in nahezu unverändertem Zustand. Der kleine flachgedeckte Backsteinbau mit vergitterten Fenstern hat zahlreiche bauzeitliche Details bewahrt, wie die hölzerne Toilettenanlage für die Häftlinge. Um den rechteckigen Hauptraum, in dem einst zahlreiche Stockbetten standen, sind kleine Nebenräume für die Wachen und die Sanitäreinrichtungen angeordnet.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.
Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht.
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