Ein stattlicher Bau in Flussnähe
Die Sanierung des Mauerwerks im Kirchenschiff von St. Vicentius in Haselünne fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale mit 100.000 Euro. Die Kirche steht mitten in der Altstadt der zentral im Emsland und am namensgebenden Fluss Hase liegenden Stadt Haselünne, die 1025 Marktrecht erhielt. Der stattliche Bau nahe am Fluss wurde zu Ende des 15. Jahrhunderts errichtet. Am Chor ist das Datum 1509 festgehalten worden. Der Westturm wird im Kern ins 13. Jahrhundert datiert.
Die dreischiffige Hallenkirche weist einen mehreckigen Chorabschluss im Osten auf, im Westen steht der massige Turm aus Bentheimer Sandstein auf quadratischem Grundriss, er hat einen hohen Kupferhelm. Das Schiffdach ist ziegelgedeckt, über Chor und Seitenkapellen befinden sich Walmdächer, die die vier Joche des Schiffs erkennen lassen. Die seitlichen Walmflächen schmücken kleine Gauben mit spitzen Bekrönungen. Südlich befindet sich eine im 16. Jahrhundert eingeschobene Sakristei mit zwei Geschossen. An der Nordseite bieten zwei neugotische Sandstein-Vorhallen mit je drei Portalen Zugang zum Innern, das hohe, dreibahnige Maßwerkfenster erhellen. Hohe Säulen tragen die spitzbogigen Rippengewölbe. Der Taufstein auf Löwenfüßen wird ins 13. Jahrhundert datiert. Im Chor steht der Hochaltar aus der Zeit um 1900, ein weiterer Altar stammt aus derselben Zeit. Auch der parkartige Kirchhof mit Mauer und einigen wertvollen Steinmetzarbeiten gehört zum geschützten Ensemble.
St. Vicentius gehört zu den über 580 Denkmalen, die die DSD aus privaten Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie den Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Niedersachsen fördern konnte.