Ein literarischer und künstlerischer Knotenpunkt mit überregionaler Strahlkraft
Mit einem Fördervertrag über 50.000 Euro fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie GlücksSpirale die Zimmererarbeiten und Dachdeckung am südlichen Stallanbau des Röslerhauses Beim Veicht in Fischbachau. Das Haus steht exemplarisch für die ländliche Bauweise des Inntals. Seine Bausubstanz vermittelt authentisch die historische Architektur Oberbayerns. Der Weiler Kogl, in dem es liegt, ist seit 1469 urkundlich erwähnt und dokumentiert die frühe Siedlungsgeschichte.
Der ehemalige typische Einfirsthof – ein „Einhaus“ – ist ein Flachsatteldachbau mit teils verputztem Blockbau-Obergeschoss. Umlaufende und giebelseitige Lauben prägen die Formensprache. Das Haus wurde wohl 1709 errichtet und durch Umbauten um 1930/1940 ergänzt. Hervorzuheben ist die Lüftlmalerei an der Fassade sowie die Innenausstattung mit umgenutzten kirchlichen Möbelstücken im englisch-bayerischen Landhausstil. Damit verbindet das Haus Baugeschichte, Kunsthandwerk und individuelle Wohnkultur auf besondere Weise.
Ab 1935 befand sich das Röslerhaus im Besitz von Jo Hanns Rösler, einem bekannten deutschen Schriftsteller und Humoristen. Das Haus spielte eine zentrale Rolle in vielen seiner Werke und Kurzgeschichten. Es diente zahlreichen Künstlern als Rückzugs- und Schaffensort, darunter Gerhard Polt, die Toten Hosen und die Biermösl Blosn. Damit wirkt das Röslerhaus bis heute als literarischer und künstlerischer Knotenpunkt mit überregionaler Strahlkraft.
Die besondere Atmosphäre des Hauses, verbunden mit seiner Geschichte und kulturellen Bedeutung, macht es zu einem wertvollen Zeugnis der regionalen Bau- und Kunstgeschichte sowie der bayerischen Gastfreundschaft.
Das Röslerhaus gehört nunmehr zu den über 680 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte.