Vorderhaus im Stil der Renaissance
Lars Ludwig, Ortskurator Erfurt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) überbringt bei einem Pressetermin am Dienstag, den 16. September 2025 um 15.00 Uhr im Beisein von Corinna Heller von Lotto Thüringen an Bürgermeister Steffen Sauerbier einen symbolischen Fördervertrag über 20.000 Euro für restauratorische und sonstige Malerarbeiten an den Wand- und Deckenoberflächen sowie den Treppenlaufunterseiten in Schloss Wiehe bei Roßleben. Das Anwesen gehört seit 1997 zu den über 580 Objekten, die die private DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Thüringen fördern konnte.
Südlich der Stadt Wiehe erhebt sich in leichter Hanglange als "Stadtkrone von Wiehe" an der Stelle einer romanischen und einer frühgotischen Burg heute das Schloss Wiehe. Es wird umgeben von einem kleinen Landschaftspark und einer Mauer, die in die einstige Stadtbefestigung eingebunden ist. Von 1461 bis 1945 besaß die Familie von Werthern die Anlage. Nach einem Stadtbrand 1659, bei dem auch das Schloss zerstört wurde, ließ Wolf Adolph von Werthern 1666 das Vorderhaus in seiner jetzigen Gestalt im Stil der Renaissance errichten. Das damals noch in Ruinen erhaltene Hinterhaus wurde aufgegeben und im 18. Jahrhundert abgerissen. Heute zeigt sich das Schloss wieder als eine in Bruchstein errichtete, dreigeschossige Vierflügelanlage. Drei der Flügel sind noch über romanischen Kellergewölben erbaut.
Zum Objekt:
Profilierte Sandsteingewände rahmen die hochrechteckigen Fenster, ein verschiefertes Walmdach mit Gauben deckt den Bau. An der der Stadt zugewandten Schauseite des Schlosses, dem man sich durch ein als Triumphbogen gestaltetes Tor nähert, liegt ein mehreckiger, viergeschossiger Treppenturm mit verschieferter Schweifhaube. Diagonal gestellte, rechteckige Ausbauten prägen die Gebäudeecken. Teile der zu einem Innenhof gerichteten Flügelfassaden bestehen aus Fachwerk, das mit Werksteinen verblendet wurde.
Das Schloss erlebte als Wohnanlage der Familie von Werthern nur wenige bauliche Eingriffe. Um 1870 wurde der im Hof umlaufende Arkadengang geschlossen und das Innere im Sinne des Historismus repräsentativ verändert. Ein Treppenhaus wurde ebenso wie die Empfangsräume aufwendig neugestaltet. Die Räume des ersten und zweiten Obergeschosses zeigen teilweise noch originale, in unterschiedlichen Mustern verlegte Parkettböden und Stuckdecken. In den Obergeschossen haben sich bauzeitliche Raumfluchten erhalten. Während der Umbauten im 19. Jahrhundert wurde das Haupttreppenhaus repräsentativ umgebaut und das „Maurische Zimmer“ neugestaltet.
FÜR PRESSEVERTRETER:
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