Weiterer Schritt zur Wiederherstellung der beeindruckenden Anlage
Für die Sanierung der Eindeckung der nordwestlichen Umfassungsmauer und die Untersuchung der Wandflächen an dem außergewöhnlichen Hängegarten in Neufra stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 60.000 Euro zur Verfügung. Die Stiftung hatte bereits vor sechs Jahren die Wiederherstellung und Pflege des Parterregartens unterstützt.
Das Ortsbild von Neufra an der Donau wird von dem mächtigen Renaissanceschloss auf dem Schlossberg oberhalb des Ortes geprägt. Das Schloss geht im Kern auf das frühe 15. Jahrhundert zurück und erfuhr von 1569 bis 1573 eine umgreifende Bearbeitung. Zu dieser gehörte auch ein Renaissancegarten, der als "Hängegarten" nach italienischen Vorbildern gestaltet ist.
Der Dach- oder Terrassengarten zwischen Schloss und Kirche, auf einer eigens errichteten nördlichen Erweiterung des natürlichen Schlossberges, wird von 16 zwischen 9 und 11 Meter hohen Gewölben getragen. Der Garten ist zum Teil von einer niedrigen Mauer umgeben, in der Nord- und Westecke befindet sich jeweils ein Aussichtspavillon mit leicht geschwungenem Spitzdach, dazwischen eine Aussichtsplattform. Im Nordosten und Nordwesten sind mächtige Stützmauern sichtbar. Mit dieser Maßnahme sollte gleichzeitig der Berg selbst, der Kirche und Schloss trägt, stabilisiert werden, um einem Abrutschen zuvorzukommen.
Beim Hängegarten von Neufra handelt es sich um ein qualitätvolles Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung, das Garten und Architektur vereint.
Der Garten gehört zu den über 440 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Baden-Württemberg fördern konnte.