Eine der letzten erhaltenen Neubau-Dampflokomotiven der DDR
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die betriebsfähige Aufarbeitung der denkmalgeschützten Dampflokomotive 65 1057 der Berliner Eisenbahnfreunde e.V. - konkret das Bauteil Führerhaus und Ersatz der Druckluftbehälter im räumlichen Bereich - mit 10.300 Euro. Möglich wurde die Förderung dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie GlücksSpirale.
Die Lokomotive 65 1057 gehört zu den letzten erhaltenen Neubau-Dampflokomotiven der DDR und ist innerhalb des Baureihe 6510 die letzte von drei Exemplaren, die noch weitgehend im Original erhalten ist. Die Loks der Baureihe 6510 waren die ersten in Serie beschafften regelspurigen Neubau-Dampfloks der Deutschen Reichsbahn in der DDR.
Die Lok 65 1057 wurde 1957 im VEB-Werk Lokomotivbau Karl Marx in Babelsberg gebaut, dem Nachfolgebetrieb der Eisenbahnfabrik Orenstein & Koppel. Die technische Konstruktion belegt unter anderem den Übergang und die Gleichzeitigkeit von Dampflokbetrieb und der Elektrifizierung des Bahnnetzes, wodurch bestimmte Einbauten zur Einsetzbarkeit unter Oberleitungen im Inneren des Führerstands geschaffen werden mussten. Die Nutzungsgeschichte der 65 1057 verdeutlicht zudem die sozialgeschichtlichen Entwicklungen der DDR im Vergleich zur Bundesrepublik anhand der verfügbaren Brennstoffe und der Einsatzdauer, sowie der Endnutzung als Heizlok.
Der Zustand der 65 1057 ist sehr gut. Die konstante Nutzung, Pflege, turnusmäßige Hauptuntersuchung und insbesondere die konservierte, witterungsgeschützte Aufbewahrung haben die Lok bis heute in einem außergewöhnlich guten Zustand belassen.
Die Lokomotive gehört zu den über 760 Denkmalen, die die DSD aus privaten Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie den Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Brandenburg fördern konnte.