05.06.2026

Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Dorfkirche in Vichel

Brandenburg
Dorfkirche Vichel
Dorfkiche Vichel

Kreuzförmiger Backsteinbau mit vieleckiger Apsis und schmalem Westturm

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Restaurierung der Sandsteinsäulen in den Schallluken der Dorfkirche in Vichel dank zahlreicher Spenden mit 17.000 Euro. Die Kirche wurde 1897 als backsteinsichtiger Bau in Form einer Kreuzkirche mit Apsis und quadratischem Westturm von der Familie von Quast erbaut.

Die Dorfkirche steht im Ortskern von Vichel, am zentralen Dorfplatz des Runddorfs. Sie wurde 1867 wohl anstelle eines Vorgängerbaus errichtet. Die Initiative zum Neubau ging von Ferdinand von Quast aus, der vermutlich auch Entwürfe lieferte. Quast war ab 1843 erster Konservator der Kunstdenkmäler in Preußen. Seine weitverzweigte Familie besaß im Ruppiner Land mehrere Gutsherrschaften und Patronate, darunter in Garz, Vichel und Radensleben.

Die Dorfkirche ist ein kreuzförmiger Backsteinbau mit vieleckiger Apsis und schmalem Westturm. Ihr Äußeres gliedern Rundbogen- und Rundfenster. Die sorgfältig gearbeiteten Portalrahmungen, Friese, Gesimse und Säulen bestehen teilweise aus Sandstein bzw. gelblichem Ziegelmaterial. Die zum Dorfplatz gerichtete Querhausfront ist durch einen Eingangsportikus und ein Christusmedaillon hervorgehoben. In die nördliche Querhauswand ist die Grabplatte für den Gutsverwalter Johann Sebastian Laging (1691-1718) eingelassen.

Die Dächer des Kirchenschiffs und -turms sind schiefergedeckt. Im Inneren sind zahlreiche bauzeitliche Ausstattungsdetails bewahrt, etwa Fliesenboden, Emporen, Orgelprospekt, Altar, Kanzel und Taufe sowie Teile der Ausmalung und die Decken- und Dachkonstruktion. An der westlichen Stirnseite sind drei Holztafeln zum Gedenken an die Gefallenen und Teilnehmer der Einigungskriege und des Ersten Weltkriegs angebracht. Im Turm befinden sich ein Uhrwerk der Großuhrmacherei Moellinger aus Berlin und zwei Glocken.

Die Dorfkirche ist vom ehemaligen Kirchhof umgeben. Dort haben sich zwei Grabkreuze und einzelne Grabplatten der Gutsbesitzerfamilie von Quast erhalten. Der Kirchhof wird durch eine Einfriedung nach außen begrenzt. Die Einfriedung besteht aus Feldsteinsockel, Ziegelpfeilern und Metallstaketenzaun.

Die Dorfkirche in Vichel gehört zu den über 760 Denkmalen, die die DSD aus privaten Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie den Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Brandenburg fördern konnte.

Dorfkiche Vichel
Dorfkiche Vichel

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