10.08.2026

Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Seit 25 Jahren im Einsatz für Schloss Stolberg

Sachsen-Anhalt
Schloss Stolberg, Rundweg
Schloss Stolberg, neuer Rundweg

Neuer Schlossrundweg eröffnet

Seit 25 Jahren engagiert sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt für Schloss Stolberg, um eines der bedeutendsten Residenzschlösser Mitteldeutschlands zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 

„25 Jahre Schloss Stolberg in Trägerschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sind ein Grund zu Freude und Dankbarkeit. Nicht alle Vorstellungen konnten realisiert werden, aber was bisher insgesamt erreicht wurde, kann sich sehen lassen. Es ist ein eindrucksvolles Beispiel unter vielen für die gute und verlässliche Kooperation zwischen der DSD und dem Land Sachsen-Anhalt in der Denkmalpflege“, sagt Rainer Robra, Staatsminister und Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt.

Heute steht die Anlage, die hoch über der historischen Fachwerkstadt Stolberg thront, beispielhaft für die erfolgreiche Rettung und Wiederbelebung eines akut vom Verfall bedrohten Kulturdenkmals. Zum Jubiläum kann ein weiterer Meilenstein gefeiert werden: Ein neuer Schlossrundweg wurde eröffnet. Er bietet eindrucksvolle Ausblicke sowohl in die Täler der Umgebung als auch aufs Schloss.

Als der DSD das Schloss Anfang der 2000er Jahre angetragen wurde, war die Zukunft der Anlage ungewiss. Nach Jahren des Leerstands und einer gescheiterten Privatisierung hatten eindringende Feuchtigkeit und daraus resultierender Hausschwammbefall der historischen Bausubstanz dramatisch zugesetzt. Die DSD übernahm das Schloss in ihr Eigentum, um es mit vereinten Kräften zu retten, Seite an Seite mit dem Land Sachsen-Anhalt. Breite Unterstützung des Vorhabens kam auch von der Gemeinde. Umfangreiche Sicherungsmaßnahmen waren notwendig, um den weiteren Verfall zu stoppen.

Seitdem wurden Dächer erneuert, der Hausschwamm bekämpft, historische Fassaden restauriert, die Schlosskapelle instandgesetzt, repräsentative Räume im Fürstenflügel wiederhergestellt und die Garten- und Terrassenanlagen revitalisiert. Unterstützt wird das Vorhaben von Land, Bund und Europäischer Union.

Rainer Robra: „Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat sich hier seit der Übernahme der Verantwortung für das Schloss über Jahre hinweg eindrucksvoll eingebracht. Das trug entscheidend dazu bei, dass dieses im 13. Jahrhundert wurzelnde ​Schloss gerettet werden konnte. Mit ihm bleibt ein sichtbares Zeichen einer über mehr als 800 Jahre reichenden Geschichte des fürstlichen Hauses und der historischen Europastadt Stolberg bewahrt.“

Bisher sind Millionenbeträge investiert worden, von denen mehr als die Hälfte von der privaten Deutschen Stiftung Denkmalschutz getragen werden.

„Schloss Stolberg schien unrettbar verloren. Wir sind froh, dass durch bürgerschaftliches Engagement unserer Spenderinnen und Spender im Schulterschluss mit dem Land Sachsen-Anhalt nun ein in Dach und Fach gesichertes Kleinod in eine gute Zukunft blickt.“, sagt Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Schritt für Schritt wird das Schloss wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bereits 2008 eröffnete das Haus des Gastes mit seinen musealen Räumen im Fürstenflügel. Das Barockensemble Verità Baroque hat Schloss Stolberg zu seiner Adresse gemacht. Nach der Sanierung der Orgel finden regelmäßig Orgelkonzerte des Organisten Rainald Runge in der Schlosskapelle statt. Hinzu kamen zunehmend Ausstellungen, Führungen, kulturelle Veranstaltungen und seit 2010 sind auch wieder Trauungen in der Schlosskapelle möglich. Die Zuwegung und die historischen Gartenanlagen wurden wiederhergestellt und 2010 in das Netzwerk „Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt“ aufgenommen.

Mit dem neuen Schlossrundweg wird nun ein weiterer Teil des Schlossensembles für Besucher des touristischen Anziehungspunktes Stolberg erlebbar. Der Rundweg erschließt die Anlage und ihre Umgebung neu und eröffnet eindrucksvolle Perspektiven auf Schloss, Terrassen, Gärten und die historische Stadt Stolberg. Vor einigen Monaten wurde ein kleines gastronomisches Angebot auf der Westterrasse eingerichtet.

Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz entwickelt Zug um Zug weitere Bereiche, zu denen eine passende Nutzung gefunden wurde und Fördermittel akquiriert werden können. „Eine solche Anlage ist über Jahrhunderte entstanden, weiterentwickelt, umgenutzt und gepflegt worden. An diese Tradition knüpfen wir an“, so Skudelny. Ziel ist es, Schloss Stolberg als offenen Ort für Kultur, Bildung, Begegnung und regionale Entwicklung weiter voranzubringen.

Nach einem Vierteljahrhundert umfassender Rettungsgeschichte zeigt Schloss Stolberg eindrucksvoll, wie ein bedrohtes Denkmal mit konzertierter Hilfe schrittweise wieder mit Leben gefüllt werden kann. Die Rettung des Schlosses ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte der Denkmalpflege, sondern auch ein Gewinn für die gesamte Region Südharz und ihrer Menschen.

Vorher-Nacher-Bilder zum Schloss sowie Fotos zum neuen Rundweg finden Sie auf unserer Fotostrecke.

Schloss Stolberg während der Restaurierung
Auf Schloss Stolberg finden nun Veranstaltungen statt
Schloss Stolberg, Barocksaal vor der Restaurierung
Schloss Stolberg, Barocksaal nach Abschluss der Restaurierung
Schloss Stolberg, Restaurierung der Wandmalereien im Treppenaufgang im Fürstentrakt
Schloss Stolberg, Wandmalereien nach Abschluss der Restaurierung
Schloss Stolberg, Breiter Gang vor der Restaurierung
Schloss Stolberg, Breiter Gang nach Abschluss der Restaurierung
Gesamtansicht von Schloss Stolberg im Südharz
Schloss Stolberg, Hausschwammbefall, ein Beispiel für Schäden im Innenbereich
Schloss Stolberg, neuer Rundweg
Schloss Stolberg, neuer Rundweg
Schloss Stolberg, neuer Rundweg
Schloss Stolberg, neuer Rundweg
Schloss Stolberg, neuer Rundweg

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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