02.06.2025

Die Bonner Republik – Bonn, die Hauptstadt auf Widerruf

Nordrhein-Westfalen

Das Ortskuratorium Bonn/Rhein-Sieg lädt ein

Das Ortskuratorium Bonn/Rhein-Sieg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) lädt am Montag, den 16. Juni 2025 um 19.00 Uhr in den Himmeroder Hof (Ratssaal), Himmeroder Wall 6 in 53359 Rheinbach ein zu dem Vortrag „Die Bonner Republik – Bonn, die Hauptstadt auf Widerruf“. Die Kunsthistorikerin Dr. Angelika Schyma befasst sich unter denkmalpflegerischen Aspekten mit dem ehemaligen Parlaments- und Regierungsviertel in Bonn. Die Denkmalpflegerin gilt als ausgewiesene Kennerin der Architektur der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg im Rheinland mit Schwerpunkt der Bauten der Bundesrepublik Deutschland bis zur deutschen Wiedervereinigung. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem VHS-Zweckverband Voreifel statt. Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird gebeten.

Für die Geschichte der Bundesrepublik ist das Regierungsviertel trotz der häufigen Diskrepanz zwischen architektonischer Qualität und historischer Relevanz, gerade in seiner Eigenart, von höchster Bedeutung. Bonn war 50 Jahre lang, von 1949 bis 1999, Regierungssitz und hat die Stadt städtebaulich und politisch geprägt. Aus der Not geboren konsolidierte sich Bonn zur anerkannten Bundeshauptstadt. Unter den Hauptstädten der Welt nahm die Stadt am Rhein immer eine Sonderrolle ein, weil sie keinen Metropolcharakter aufweisen konnte, noch wollte. Gerade der Provisoriumscharakter als „Stellvertreterin“ Berlins bestimmte lange Zeit den Ausbau des Regierungsviertels und war von Bescheidenheit, Zweckmäßigkeit und Sparsamkeit geprägt.

Neben wenigen unauffälligen Neubauten wurden die Regierungsorgane und nachgeordnete Behörden zunächst in bestehenden Bauten untergebracht. So entstand ein einzigartiges heterogenes Gebilde aus vorhandener und neuer Bebauung. Als sich Bonn als Bundeshauptstadt gefestigt zu haben schien, führten die Ereignisse von 1989 und der Beschluss des Bundestages von 1991 für Berlin als Hauptstadt die Stadt Bonn zurück zu ihrem vorläufigen Status. Der vorherige ständige Planungs- und Wandlungsprozess setzte sich nun unter anderen Vorzeichen fort. Der Vortrag will einen Überblick geben über die architekturgeschichtliche Entwicklung und Wandlung des Regierungsviertels anhand bekannter und weniger bekannter Bauten und Zusammenhänge.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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