Das Rittergut befindet sich in Ebersbach, einem Ortsteil von Bad Lausick. Das Herrenhaus wurde nachweislich in den Jahren um 1575 von der Familie von Ponickau, einem sächsisch-meißnischen Adelsgeschlecht, erbaut. 1584 fiel das Gut an den Kurfürsten August von Sachsen und bestand lange Zeit als Kammergut fort und wurde von Pächtern genutzt. Da diese nicht die Pflicht hatten, bauliche Veränderung auf eigene Kosten durchzuführen, dürfte das Haus in seiner Grundgestalt nahezu unverändert geblieben sein.
Zum Objekt:
Der Renaissancebau mit seinen symmetrisch angelegten repräsentativen Schmuckgiebeln lehnt sich als Typ an herrschaftliche Häuser des damaligen Adels an. Mit seinen an den südlichen Gebäudeecken schräggestellten Raumerweiterungen gibt es in seiner Ausführung nur wenige Vergleichsbeispiele. Das zweigeschossige Gebäude mit vorgesetztem Wendelstein hat eine symmetrisch angelegte Hauptansicht mit zwei großen Ziergiebeln und schräg vorgestellten, zweigeschossigen Erkeranbauten.
Im Innern wurden vollständig erhaltene bauzeitliche Holzbalkendecken partiell freigelegt. Es sind darüber hinaus sehr gut erhaltene und reich verzierte Türgewände aus dem 16. Jahrhundert erhalten. In nahezu allen Räumen konnten Anhaltspunkte der ehemalig reichhaltig polychrom gefassten Wandgestaltungen, etwa an den Sockeln, Türen und Inschriften, dokumentiert werden.
Die im Sächsischen Staatsarchiv vorhandenen Archivalien stellen einen seltenen Glücksfall dar; sie überliefern detailliert durch Zeichnungen und verschiedene lnventare historische Nutzungen und Zustände, so dass wir heute gut informiert sind über die Geschichte des Objektes.