Die Geschichte des Hauses lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen
Mit einem Fördervertrag über 5.000 Euro fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie GlücksSpirale die Restaurierung der Figurengruppe an der Fassade des Wohnhauses Michelsberg 25 in Bamberg. Das Denkmal ist auch Schaubaustelle der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Tag des offenen Denkmals, am 13. September 2026. Eine Kirchenmalerfirma wird vor Ort von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr die Restaurierungsmaßnahmen im Detail erklären und vorführen.
Die endgültige Maßnahme ist recht umfangreich. Sie umfasst die restauratorische Untersuchung und denkmalgerechte Restaurierung der Fassadenskulpturen Kaiser Heinrichs II. und Kunigundes sowie ihrer hölzernen Sockel und Nischenmuscheln. Zunächst werden die Figuren abgenommen und durch Befundsondagen die ursprünglichen Farbfassungen und mögliche Vergoldungen untersucht. Die Ergebnisse werden fotografisch und schriftlich dokumentiert. Anschließend erfolgt die konservatorische und restauratorische Bearbeitung der Holzskulpturen. Fehlstellen wie Finger, Gewandteile oder Schmuckelemente werden ergänzt, lose Farbschichten gesichert und die Oberflächen gereinigt. Die historische Farbfassung wird auf Grundlage der Untersuchung rekonstruiert; vergoldete Bereiche wie Kronen oder Attribute erhalten eine neue Blattvergoldung. Ziel der Maßnahme ist die Sicherung der historischen Substanz und die Wiederherstellung der ursprünglichen barocken Fassadenwirkung.
Der zweigeschossige Putzbau steht auf einem die Hanglage ausgleichenden Sockelgeschoss. Das traufständige Satteldach ist mit Segmentbiberschwänzen gedeckt. Die langgestreckte Fassade zur Straßenseite ist von genuteten Ecklisenen eingefasst und durch Sohlbankgesimse untergliedert. Die Fenster beider Geschosse sind durch Brüstungs- und Sturzplatten mit eingetieften Spiegeln zu Fensterbahnen zusammengezogen. Der Haupteingang befindet sich in der Fassadenmitte und ist über eine vierstufige Treppe erreichbar. Über dem reich profilierten Türsturz befindet sich ein segmentbogiges Oberlicht. Das Mittelfenster im Obergeschoss wird von zwei vollplastischen Holzskulpturen des heiligen Kaiserpaars Heinrich II. und Kunigunde von Luxemburg seitlich gerahmt.
Das Anwesen lässt sich urkundlich bis 1433 zurückverfolgen. Zusammen mit den Anwesen Michelsberg 23, Storchsgasse 5 und Storchsgasse 9 wurde es 1575 von den Sekretären des Domherrn Johann Fuchs von Bimbach für dessen Söhne Hans Sixtus und Lorenz erworben und blieb bis 1601 in deren Besitz. 1692 kaufte Sebastian Hermann den hinteren Teil des Hauses. Der Kunstschreiner Servatius Brickhard, der große Teile der hochwertigen Schnitzarbeiten der Klosterkirche St. Michael geliefert hat, taucht 1706 als Mitbesitzer des Anwesens auf und wurde 1713 durch Zukauf Alleinbesitzer. Er bat die Kanzlei des Klosters im Dezember 1716 und Juni 1717 um die Überlassung von Stammholz zur Errichtung eines Neubaus. 1717/1718 oder etwas später wurde der heutige Bau errichtet. Nach dem Tod Brickhards ging das Haus in den Besitz des Klosters über.
Im Zuge der Säkularisation erwarb Reichsritter Stephan von Renauld das Anwesen. Nach seinem Tod verkaufte es seine Witwe, von da ab wechselte das Anwesen häufig den Besitzer. Anfang der 1840er Jahre erwarb es der Schlossgärtner Karl Grimm und gründete hier eine Kunstgärtnerei. An der südöstlichen Grundstücksgrenze ließ er ein Glashaus errichten, das mit Rauchgas beheizt werden konnte. 1905 wurde anstelle einer abgebrannten Scheune und der Glashäuser der Kunstgärtnerei das teilunterkellerte, pultdachgedeckte Hintergebäude errichtet.
Der Tag des offenen Denkmals am zweiten Sonntag im September, den die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) bundesweit koordiniert, wird alljährlich in wechselnden Städten feierlich eröffnet. In diesem Jahr freut man sich in Bamberg auf das größte Kulturevent Deutschlands mit einem vielfältigen Programm. Am Sonntag, den 13. September 2026 präsentieren die Veranstaltenden in Bamberg ihre Angebote stellvertretend für alle bundesweiten Aktionen. Deutschlandweit öffnen rund 6.000 Teilnehmer ihr Denkmal, viele darunter können sonst nicht besucht werden. So wird ein buntes Mosaik der deutschen Denkmallandschaft und die unterschiedlichsten Wirkungsfelder von Denkmalschutz und Denkmalpflege einmal im Jahr vor aller Augen sichtbar.
Weitere Informationen: www.tag-des-offenen-denkmals.de//eroeffnungsort