01.06.2026

Die Marienkapelle in Bad Kissingen

Bayern

Das Ortskuratorium Bad Kissingen lädt zu Vortrag und Führung zum UNESCO-Welterbetag ein

Das Ortskuratorium Bad Kissingen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) lädt am Sonntag, den 7. Juni 2026 von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr zu einer dreiteiligen Veranstaltung ein, bei der anlässlich des UNESCO-Welterbetags „Die Marienkapelle in Bad Kissingen“ in der Kapellenstraße 17 in 97688 Bad Kissingen in den Fokus gerät. Zunächst beschäftigt sich ein Vortrag um 14.00 Uhr mit einem Erdenbürger der Gemeinde, dann findet ab 16.30 Uhr eine Führung durch das Bauwerk statt. Die ganze Zeit über informiert ein Stand bei der Kapelle über die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Im Vortrag unter dem Titel "Bekannte hab´ ich hier nicht gesehen, nicht ´mal aus Kissingen! Was das Kissinger Rathaus mit Ceylon zu tun hat." behandelt die Lebensgeschichte von Carl Leo Heußlein von Eußenheim (1838-1870), dem letzten Spross der Familie Heußlein von Eußenheim, der auf dem Kapellenfriedhof in der Familiengruft beigesetzt wurde. Die Adelsfamilie hatte ihren Sitz im heutigen Neuen Rathaus. Carl Leo zog es früh in die Welt hinaus. Auf seinen Reisen nach Ceylon und Mexiko erlebte er verschiedene Abenteuer. Dr. Raymund Müller vom Ortskuratorium Bad Kissingen zeichnet das Leben von Carl Leo nach, berichtet von der Entstehungsgeschichte des Reisetagebuchs und liest daraus die aufregendsten Passagen vor. Carl Leo wurde 1870 aufwändig nach Kissingen überführt.

In der Führung "Schicht für Schicht – von der mittelalterlichen Wallfahrtskapelle, dem barocken Umbau und der Friedhofskultur des 19. Jahrhunderts zu den liturgischen Veränderungen im 20. Jahrhundert" geht Professor Reinhard Haus vor Ort der Kapellengeschichte nach. Die Marienkapelle, seit 1348 urkundlich nachweisbar, trug zunächst das Patrozinium der Gottesmutter Maria. Den Dreißigjährigen Krieg überstand das Gotteshaus sehr angeschlagen, so dass der Zustand der Kapelle um 1700 sehr desolat war. Dennoch wurde sie im 17. Jahrhundert als Ziel von Dankwallfahrten für die Beendigung der Pest rege aufgesucht. 1727 wurde Balthasar Neumann damit beauftragt, die Kirche neu zu bauen. Nach den Bauarbeiten wurde der erste Bischof von Würzburg, der heilige Burkard, ihr neuer Patron. Mittlerweile hat die Kirche mehrere Sanierungen und Übermalungen erfahren. Haus erläutert die historischen Schichten im Innern der Kapelle und zeigt Parallelen zu anderen Gotteshäusern.

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