Wechselhafte Geschichte eines frühgotischen Gotteshauses
Für die Erneuerung der Turmeindeckung bei der Dorfkirche Alt-Biesdorf in Berlin-Biesdorf stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher zweckgebundener Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 30.000 Euro zur Verfügung.
Die auch Gnadenkirche genannte, evangelische Dorfkirche Alt-Biesdorf ist ursprünglich ein frühgotischer Granitquaderbau aus dem 13.Jahrhundert. Sie wurde auf dem Dorfanger errichtet. Die Kirchenschiffswände sind erhalten. An der Südseite befindet sich ein vermauertes Spitzbogenportal. Das Gotteshaus wurde als Saalkirche ohne separaten Chor oder Apsis erbaut, was gerade zu ihrer Zeit eher ungewöhnlich war. 1702 baute man den barocken Turm, 1720 wurden die Fenster vergrößert.
1896/1897 erfolgte unter Ludwig von Tiedemann eine umfassende Erneuerung, bei der insbesondere die Apsis sowie der quadratische backsteinerne Westturm neugestaltet wurden. Im Ergebnis entstand ein neugotisch anmutender Bau, der vom ursprünglichen mittelalterlichen Erscheinungsbild stark abwich. Nach Kriegszerstörung 1944 wurde die Kirche unter dem Architekten Herbert Erbs 1950/1951 in vereinfachter Form wieder aufgebaut.
Die Dorfkirche gehört nunmehr zu den heute mehr als 250 Denkmalen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Berlin fördern konnte.