Das 765 erstmals erwähnte Wiebelskirchen ist seit der Eingemeindung 1974 ein Stadtteil von Neunkirchen. Die Stadt an der Blies liegt nordöstlich von Saarbrücken und ist nach der Landeshauptstadt die zweitgrößte Stadt im Saarland. Der 1888 gegründete Kirchbauverein konnte 1897 einen Bauplatz erwerben. Mit den ab 1913 konkreter werdenden Planungen für den Kirchenneubau wurden die Trierer Architekten Peter Marx und Peter Gracher betraut. Am 30. Mai 1915 wurde der Grundstein gelegt, die Weihe fand am 4. Juni 1916 statt. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde der Altar vollendet und eine Kanzel angebracht. Eine Orgel erhielt die Kirche 1930.
Zum Objekt:
Die innen wie außen überaus prächtige Kirche zeigt eine Stilsynthese aus Neubarock und Neuklassizismus. Die 1.500 Gläubige fassende dreischiffige Pfeilerbasilika hat eine hohe Einturmfassade mit barocker Kupferhaube, ein ausladendes Querschiff und einen eingezogenen Chor mit Chorumgang.
Das weit gespannte Mittelschiff ist von Gewölben in Stahlbeton überfangen, die große Spannweite machte eine stählerne Dachkonstruktion nötig. Damit war der Bau zur Erbauungszeit auf dem neuesten Stand der Technik. Besonders beeindruckend ist die fast vollständige volkstümliche Ausmalung des Inneren mit großen szenischen Darstellungen von Bibel- und Kirchengeschichten durch den als "Malerpfarrer" und "Eifelmaler" bekannten Christoph März von 1923 bis 1929. Auch die weitere Ausstattung – Hochaltar und Kanzel, Kronleuchter und Portale – trägt zum üppigen Gesamtbild des Inneren bei.