Restaurierung der Schmuckelemente wird möglich
Dank einer Zuwendung der Gerd-Schmidt-Stiftung unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Restaurierung der Schmuckelemente des Uhrenbrunnens beim Kontorhaus der ehemaligen Verwaltung der Nordwolle in Bremen mit 50.000 Euro. Den dazugehörigen symbolischen Fördervertrag überbringt Dr. Wolfram Seibert, Ortskurator Bremen der DSD, bei einem Pressetermin vor Ort am Mittwoch, den 11. März 2026 um 12.00 Uhr im Beisein von Niklas Czeskleba und Ralf Heitkamp, Vorstandsmitglieder der Gerd-Schmidt-Stiftung, an Dr. Susann Cordes, die die Immobilien Bremen als Eigenbetrieb der Stadtgemeinde vertritt. Das Gebäude der Nordwolle gehört nunmehr zu den 40 Denkmalen, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Bremen gefördert hat.
Der große Verwaltungsbau befindet sich nordöstlich der Bremer Altstadt direkt jenseits der Wallanlagen zwischen zwei Bastionsspitzen. Das heute als Finanzbehörde genutzte Bauwerk wurde 1930 als Kontorhaus der Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei – kurz Nordwolle – errichtet. Die skulpturalen Teile entwarf der in Hamburg tätige Bildhauer Richard Kuöhl. Auch aufgrund der Weltwirtschaftskrise musste die Nordwolle, die fast 20.000 Mitarbeiter beschäftigte, im Sommer 1931 Konkurs anmelden. Der Verwaltungsbau ging ins Eigentum des Deutschen Reichs über und wurde seit 1934 als Sitz verschiedener Reichsbehörden wie Zoll und Finanzamt genutzt – woher die heute noch gängige Bezeichnung „Haus des Reichs“ herrührt.
Die gewaltige, flach gedeckte Blockrandbebauung bietet rund 18.500 Quadratmeter Nutzfläche. Über einem rustizierten Erdgeschoss erheben sich drei weitere Vollgeschosse sowie zwei jeweils zurückspringendende Obergeschosse. Die monumentale Sandsteinfassade ist asymmetrisch gebildet und zeugt mit ihrem aufwendigen Bauschmuck insbesondere am seitlichen Portikus vom Repräsentationswillen des Unternehmens. Seitlich überragt ein massiver, auf der gesamten Höhe rustizierter Turm den Hauptbaukörper, dort ist ein großes Zifferblatt angebracht. Expressionistische Formen ließen den Bau zu seiner Zeit modern wirken, dennoch spielen auch traditionelle Motive eine große Rolle. Auch das Innere ist weitgehend bauzeitlich im Art Déco-Stil erhalten. Erwähnenswert sind die teils runden Natursteintreppenhäuser mit aufwendigen, schmiedeeisernen Geländern.
Zum Objekt:
Die Fassaden im unregelmäßig viereckigen Hof sind in Backstein ausgeführt und weisen aufwendigen Bauschmuck in Terracotta auf. Inmitten des Hofs steht ein expressionistisch gestalteter hoher Springbrunnen mit zahlreichen figürlichen Darstellungen nach Entwurf Kuöhls, der eine Uhr aufweist, die von allen Kontorfenstern aus gut sichtbar ist.
FÜR PRESSEVERTRETER:
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