Eines der bedeutendsten frühklassizistischenBürgerhäuser in ganz Altbayern
Mit einem Fördervertrag über 25.000 Euro fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie GlücksSpirale die Sanierung der Holz-Kastenfenster mit ihren Gittern im Erdgeschoss der südlichen Ostfassade des Widnmann-Palais in Erding. Die Fenster stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Den dazugehörigen Fördervertrag überbringt Axel Hoftsadt, Ortskurator München der DSD, bei einem Pressetermin am Freitag, den 31. Juli 2026 um 10.00 Uhr an Christian Oberhofer vom Landratsamt Erding im Rahmen des anberaumten Richtfestes.
Das Gebäude befindet sich inmitten der historisch bedeutenden Altstadt von Erding an der Hauptstraße, der sogenannten Langen Zeile. Bauherr war der Erdinger Landrichter Joseph Freiherr von Widnmann, der von 1781 bis 1803 dieses Amt in Erding bekleidete. 1781/1782 ließ er drei getrennte Stadthäuser „unter einem Dach" zusammenführen. Die Vorgängerbauten stammen aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg und wurden unter Teilverwendung der älteren Mauersubstanz unter einem mächtigen Walmdach zu einem repräsentativen Adelspalais zusammengefasst. Mit dem Tod des Erbauers 1807 gelangte das Bauwerk in den Besitz des Staates und diente sowohl als Landgericht, später als Bezirksamt als auch bis 1984 als Landratsamt.
Das sogenannte Widnmann-Palais kann als eines der bedeutendsten Bürgerhäuser frühklassizistischer Prägung in ganz Altbayern gelten. Dazu trägt maßgeblich die Fassade bei, die sowohl sogenannte „Zopfstil"-Elemente – Stuckgirlanden über den Fenstern – als auch klassizistische Formen zeigt. Die Fassadenmitte ist durch das Portal-Erker-Element und die darüber situierte Krangaube hervorgehoben. Rückwärtig beherbergt der im Kern aus dem 17. Jahrhundert stammende Südflügel die sogenannte Kapelle, deren tatsächliche Funktion noch nicht abschließend geklärt ist.
Zu den Besonderheiten zählen neben der Binnenkonstruktion vor allem die erhaltene Kelleranlage und das vollständig erhaltene Dachwerk vom Ende des 18. Jahrhunderts mit seinem kunstvoll abgezimmerten liegenden Stuhl. Im Zuge der bauhistorischen Untersuchungen konnte zudem eine hochbedeutsame Bohlen-Balken-Decke aus der Vorgängerbebauung erkannt werden; sie kann als eines der ältesten erhaltenen Ausstattungsbestandteile eines Erdinger Bürgerhauses aus der Zeit vor den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg gelten.
Das Widnmann-Palais gehört nunmehr zu den über 680 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte.
FÜR PRESSEVERTRETER: Bei Terminangaben ist die Pressemitteilung als Einladung zu verstehen.