Die Kirche stammt mit Ausstattung unverändert aus der barocken Entstehungszeit
Die Restaurierung der Hesse-Orgel in der Kirche St. Dionysius in Erfurt Salomonsborn unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale mit 5.000 Euro. Die Kirche besitzt neben ihrer städtebaulich dominanten Funktion besondere kunsthistorische und architektonische Bedeutung, da sie mit ihrer Ausstattung unverändert aus der barocken Entstehungszeit stammt.
Die Orgel, die wegen Nässeschäden ausgebaut wurde, hat zwei Manuale und ein Pedal. Das Glockenspiel besteht aus 24 Schalenglocken. Erbauer ist Johann Michael Hesse, der Begründer der Orgelbauerfamilie Hesse. Die barocke Orgel in Salomonsborn ist vermutlich sein erstes Werk und wurde im Jahre 1764 an die Gemeinde übergeben. Sie ist somit sein ältestes noch erhaltenes Instrument.
Nach einer Bestandsaufnahme durch die Orgelbauerfirma Schönefeld 2019 sind diverse Schäden an Orgelteilen und fehlende Pfeifen festgestellt worden. In der Grundsubstanz ist die Orgel jedoch gut erhalten. Die Schäden und fehlende Teile sind gut dokumentiert und in das Restaurierungskonzept aufgenommen. In der Kirche werden, neben gut besuchten Gottesdiensten, regelmäßig Konzerte mit Künstlergruppen und Chören veranstaltet. Das kulturelle Leben im Ortsteil wird damit wesentlich bereichert. Derzeit ist die Nichtbenutzbarkeit der Orgel für viele schmerzlich.
Die Dionysiuskirche wurde 1738 auf einem erhöhten Standort im Ort neu errichtet. Die verputzte, aus Bruchstein bestehende Saalkirche mit eingezogenem Westturm erhebt sich über einem fast quadratischen Grundriss. Ein Satteldach deckt den Saal. Die Seiten werden von je drei hohen Stichbogenfenstern mit Natursteingewänden gliedert. Eckquaderungen aus Naturstein betonen das Kirchenschiff und den Turm. Das zweiflügelige Turmportal wird von einem Rundfenster bekrönt. Das darüberliegende, durch ein Gesims getrennte Geschoss belichten kleine, schießschartenartige Öffnungen. Eine verschieferte Schweifhaube mit Laterne und Bekrönung schließt den Turm ab.
Den Innenraum prägt die bauzeitliche Ausstattung. Eine einst bemalte Holztonne, von deren Fassung noch Reste erhalten sind, überspannt den Saal. Dreiseitig umlaufende Doppelemporen und Logeneinbauten im Chor dominieren den Raumeindruck. Der hohe Kanzelaltar aus dem Jahr 1740 zeigt einen architektonischen Aufbau mit vier seitlichen Säulen und einem hohen Gebälk. Reich geschnitztes Gespränge mit Rankenwerk rahmt den Altar. Neben den Säulen flankieren zwei lebensgroße Heiligenfiguren auf Konsolen den Kanzelkorb. Der Schalldeckel ist in das Gebälk integriert. Auf dem abschließenden Giebel sitzen Engel mit Spruchbändern.
St. Dionysius mit seiner Orgel gehört nunmehr zu den heute über 600 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Thüringen fördern konnte.