Instandsetzung der Dacheindeckung am Saalbau
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt für die Instandsetzung der Dacheindeckung am Saalbau des Kulturhauses „Neues Leben“ in Borstendorf 20.000 Euro zur Verfügung. Davon stammen 3.000 Euro aus Mitteln der treuhänderischen Baudenkmalstiftung Nachkriegsmoderne unter dem Dach der DSD. Die Förderung wurde möglich dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale. Mit der Maßnahme sollen erhebliche Schäden an den Dächern und der Dachentwässerung behoben und ein bedeutendes Zeugnis der Nachkriegsmoderne langfristig gesichert werden.
Das Kulturhaus „Neues Leben“ befindet sich im Zentrum der Grünhainichener Ortschaft Borstendorf. Der aus Altbau, Verbindungsbau und Saalbau bestehende Gebäudekomplex geht auf einen Gasthof aus dem Jahr 1856 zurück. Nach mehreren Umbauten übernahm 1961 der Volkseigene Betrieb Papierfabriken Grünhainichen die Anlage und ließ sie umfassend zu einem modernen Kulturhaus umgestalten. Dabei wurden der historische Gasthof grundlegend modernisiert, ein neuer Verbindungsbau errichtet und ein zeitgemäßer Saalbau geschaffen.
Bis heute sind sowohl Zeugnisse der ursprünglichen Nutzung als Gasthof als auch die prägenden Elemente der Umgestaltung aus den frühen 1960er Jahren erhalten geblieben. Dazu gehören historische Kellergewölbe, Teile der ursprünglichen Raumstruktur sowie ein markantes Schieferportal mit Darstellungen des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens der Region. Der Gebäudekomplex veranschaulicht damit die Entwicklung des Ortes über mehr als 150 Jahre.
Besondere Bedeutung besitzt der Saalbau als hochwertiges Beispiel der Architektur und Innenraumgestaltung der frühen Deutschen Demokratischen Republik. Mittelpunkt ist der rund 400 Quadratmeter große Festsaal mit seinen großzügigen Fensterflächen. Bemerkenswert ist der hohe Erhaltungsgrad der Ausstattung. Teile der ursprünglichen Bestuhlung, die Baranlage, die Kegelbahn sowie die Künstlergarderoben sind bis heute erhalten und vermitteln anschaulich die Kultur- und Freizeitgeschichte der Nachkriegszeit.
Dringenden Handlungsbedarf gibt es an den Dachflächen des Zwischen- und Saalbaus. Die Dacheindeckungen und die Dachentwässerung weisen erhebliche Schäden auf. Besonders gefährdet ist die bauzeitliche Preolithschindeldeckung auf der Nordseite des Saalbaus aus dem Jahr 1963. Aufgrund ihres Alters muss jederzeit mit Undichtigkeiten gerechnet werden. Eindringende Feuchtigkeit könnte Schäden an Decken, der Dachkonstruktion und der weitgehend original erhaltenen Ausstattung des Festsaals verursachen. Die Instandsetzungsarbeiten dienen daher unmittelbar der Sicherung der Gebäudesubstanz und der historischen Ausstattung.
Das Kulturhaus gehört seit 2025 zu den über 880 Denkmalen, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden sowie der Erträge der GlücksSpirale allein in Sachsen fördern konnte.