01.10.2026

DSD fördert Kulturhaus „Neues Leben“ in Borstendorf

Sachsen
Kulturhaus „Neues Leben“ in Borstendorf
Kulturhaus „Neues Leben“ in Borstendorf

Instandsetzung der Dacheindeckung am Saalbau

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt für die Instandsetzung der Dacheindeckung am Saalbau des Kulturhauses „Neues Leben“ in Borstendorf 20.000 Euro zur Verfügung. Davon stammen 3.000 Euro aus Mitteln der treuhänderischen Baudenkmalstiftung Nachkriegsmoderne unter dem Dach der DSD. Die Förderung wurde möglich dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale. Mit der Maßnahme sollen erhebliche Schäden an den Dächern und der Dachentwässerung behoben und ein bedeutendes Zeugnis der Nachkriegsmoderne langfristig gesichert werden.

Das Kulturhaus „Neues Leben“ befindet sich im Zentrum der Grünhainichener Ortschaft Borstendorf. Der aus Altbau, Verbindungsbau und Saalbau bestehende Gebäudekomplex geht auf einen Gasthof aus dem Jahr 1856 zurück. Nach mehreren Umbauten übernahm 1961 der Volkseigene Betrieb Papierfabriken Grünhainichen die Anlage und ließ sie umfassend zu einem modernen Kulturhaus umgestalten. Dabei wurden der historische Gasthof grundlegend modernisiert, ein neuer Verbindungsbau errichtet und ein zeitgemäßer Saalbau geschaffen.

Bis heute sind sowohl Zeugnisse der ursprünglichen Nutzung als Gasthof als auch die prägenden Elemente der Umgestaltung aus den frühen 1960er Jahren erhalten geblieben. Dazu gehören historische Kellergewölbe, Teile der ursprünglichen Raumstruktur sowie ein markantes Schieferportal mit Darstellungen des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens der Region. Der Gebäudekomplex veranschaulicht damit die Entwicklung des Ortes über mehr als 150 Jahre.

Besondere Bedeutung besitzt der Saalbau als hochwertiges Beispiel der Architektur und Innenraumgestaltung der frühen Deutschen Demokratischen Republik. Mittelpunkt ist der rund 400 Quadratmeter große Festsaal mit seinen großzügigen Fensterflächen. Bemerkenswert ist der hohe Erhaltungsgrad der Ausstattung. Teile der ursprünglichen Bestuhlung, die Baranlage, die Kegelbahn sowie die Künstlergarderoben sind bis heute erhalten und vermitteln anschaulich die Kultur- und Freizeitgeschichte der Nachkriegszeit.

Dringenden Handlungsbedarf gibt es an den Dachflächen des Zwischen- und Saalbaus. Die Dacheindeckungen und die Dachentwässerung weisen erhebliche Schäden auf. Besonders gefährdet ist die bauzeitliche Preolithschindeldeckung auf der Nordseite des Saalbaus aus dem Jahr 1963. Aufgrund ihres Alters muss jederzeit mit Undichtigkeiten gerechnet werden. Eindringende Feuchtigkeit könnte Schäden an Decken, der Dachkonstruktion und der weitgehend original erhaltenen Ausstattung des Festsaals verursachen. Die Instandsetzungsarbeiten dienen daher unmittelbar der Sicherung der Gebäudesubstanz und der historischen Ausstattung.

Das Kulturhaus gehört seit 2025 zu den über 880 Denkmalen, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden sowie der Erträge der GlücksSpirale allein in Sachsen fördern konnte.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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