Barocke Holzfiguren werden restauriert und teilweise auch neu vergoldet
Reinigen, grundieren, Fehlstellen ersetzen, replizieren, vergolden: Die Restaurierung und Reparatur der historischen Fassadenfiguren der Goslarer Kaiserworth wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit einem Fördervertrag über 100.000 Euro unterstützt. Möglich ist das dank der zahlreichen privaten Förderer, die die DSD unterstützen, mit Hilfe der GlücksSpirale.
Der Fördervertrag wird am Donnerstag, den 23. April 2026, um 11.45 Uhr vor der Kaiserworth von Walter Dröge, DSD-Ortskurator von Braunschweig, an Antje Röttcher vom Stiftungsvorstand der Tessner-Stiftung, die das Gebäude 2024 erworben hat, überreicht.
Die barocken, hölzernen und bunt bemalten Kaiserfiguren stehen eigentlich in mannshohen Nischen, die sich zwischen den Fenstern des Obergeschosses befinden, für die Sanierung wurden die Figuren aber bereits abgenommen. Neben den Kaisern gibt es noch zwei hölzerne Skulpturen, die Abundantia, die Göttin der Fülle und des Wohlstandes, und Herkules darstellen. Im Rahmen der Restaurierung muss eine der Kaiserfiguren auch repliziert werden.
Ursprünglich, so die Vermutung, standen in den Nischen einst Steinfiguren. Die Holzfiguren stammen sehr wahrscheinlich aus dem Saal eines Schlosses oder eines Klosters und ihre Aufstellung, vermutlich zu Beginn des zweiten Drittels des 19. Jahrhunderts, ist mutmaßlich die Idee eines Wirtes, der damit in Konkurrenz zum benachbarten Hotel „Römischer Kaiser“ die „Worth“ zur „Kaiserworth“ aufwerten wollte und konnte.
Zum Objekt:
Das ehemalige Gebäude der Gewandschneider, die „Worth“, ist 1494 auf den Grundmauern des ersten Gildehauses aus dem Jahr 1274 erbaut worden. Der spätgotische Bau mit seinen Arkaden, ein überdachter Gang mit aneinandergereihten Bögen auf Pfeilern, mit Schmuckerker und Fassadenfiguren zeugt von dem Reichtum der Besitzer und der Stadt Goslar in jener Zeit.
1833 wurde das Gebäude in ein Hotel umgewandelt und zählt als „Kaiserworth“ bis heute zu den bedeutendsten Baudenkmalen der Goslarer Altstadt. Diese bildet mit ihren Monumentalbauten des Mittelalters und den vielen Fachwerkbauten ein Flächendenkmal und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft“.
Die Kaiserworth in Goslar ist eines der rund 600 Objekte, die die private DSD dank Spenden, dank der Erträge ihrer Treuhandstiftungen und mit Hilfe der GlücksSpirale in Niedersachsen bereits fördern konnte.
Für Pressevertreter:
Bei Terminangaben ist die Pressemitteilung als Einladung zu verstehen.