16.09.2026

Eine Bronzeplakette für die Windmühle Weserdeich in Hameln-Tündern

Niedersachsen
Windmühle Weserdeich in Hameln-Tündern
Windmühle Weserdeich in Hameln-Tündern

1897 kaufte Müllermeister Lampe die Mühle für ganze 9.500 Goldmark

Für Putz- und Maurerarbeiten an der Außenhülle und den Flügeln der Windmühle Weserdeich in Tündern bei Hameln stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 30.000 Euro zur Verfügung. Nun überbringt Dietrich Burkart, Ortskurator Hameln der DSD, bei einem Pressetermin vor Ort am Freitag, den 18. September 2026 um 17.00 Uhr an Karl-Friedrich Meyer vom Förderverein Windmühle Tündern e.V. eine Bronzetafel mit der Aufschrift „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Die Plakette soll an das Engagement der privaten Förderer erinnern und zu weiterer Unterstützung motivieren.

Südlich der Rattenfängerstadt Hameln liegt der Ortsteil Tündern, an dessem südlichen Rand direkt am Weserdeich die Windmühle steht, die 1883 vermutlich von dem Mühlenbauer Redecker aus Börry errichtet wurde. Nachdem Redecker die Mühle einige Jahre betrieben hatte, verpachtete er sie 1894 an Müllermeister Carl Lampe, der sich nach achtjähriger Wanderschaft hier ansiedelte. Für die Pacht hatte Lampe die jährliche Summe von 350 Goldmark zu zahlen. 1897 kaufte Lampe die Mühle für ganze 9.500 Goldmark. 1900 ließ der Müller sich für 1.300 Goldmark das heute noch bestehende Wohnhaus neben der Mühle bauen.

Der dreistöckige Turmholländer war ursprünglich mit Segelflügeln und Windrose erbaut worden. Die technische Ausstattung bestand aus zwei Mahlgängen und einem Schrotgang, den dazugehörigen Mehlsichtmaschinen und einem Fahrstuhl. Der verputzte Schaft wird von einer geschweiften Kappe bekrönt, die an Zwiebeltürme erinnert.

1921 wurde als Antrieb bei Flaute ein AEG-Elektromotor in einem separaten Motorenhaus neben der Mühle aufgestellt. Ende der 1930er Jahre ließ der Müller die Flügel erneuern, 1937 wurde ein Walzenstuhl und ein Plansichter eingebaut. Zu dieser Zeit war bereits Karl Lampe junior in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Bald nach dem Tod des jüngeren Müllers 1968 wurde der Betrieb eingestellt. Noch 1979 wurden Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt, aber im Juli 1980 brannte der obere Bereich der Mühle in Folge eines Blitzeinschlags aus, wobei Kappe, Flügel und Windrose zerstört wurden. 1981 wurde die Tünderner Mühle mit Teilen der nicht weit entfernten Holländerwindmühle ähnlicher Bauart in Springe-Bennigsen instandgesetzt.

Die Windmühle Weserdeich gehört zu den über 580 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär sie ist, allein in Niedersachsen fördern konnte.

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Windmühle Weserdeich in Hameln-Tündern

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