Das Ortskuratorium Neuss lädt zum Vortrag ein
Das Ortskuratorium Neuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) lädt am Donnerstag, den 26. Februar 2026 um 19.00 Uhr zum Vortrag „Hat Heimat einen Stil“? des Architekturhistorikers Thomas Brandt in das RomaNEum Neuss, Brückstraße 1 in 41460 Neuss ein. Im Mittelpunkt von Brandts Betrachtung steht die Geschichte des Heimatschutzstils. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird gebeten.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts nimmt die Industrialisierung in Deutschland rasant Fahrt auf. Tiefgreifende Verwerfungen prägen die Form des Arbeitens, die Struktur der Gesellschaft und die Lebensweise jedes Einzelnen. Schneller als jemals zuvor verändert sich das Bild der Städte, Dörfer und Landschaften. Neben vielen Gewinnern gibt es manche Verlierer, die sich gemeinsam gegen den erlebten „Kulturverfall“ und Verlust an Schönheit wehren, die Historismus, Jugendstil, dem Kapitalismus und der technologischen Entwicklung angelastet werden. 1904 wird der „Deutsche Bund für Heimatschutz“ gegründet, der seine wichtigste Aufgabe in der gestalterischen Verbesserung der Architekturpraxis erkennt. Die schlichte Schönheit der Architektur des deutschen Biedermeiers um 1800 wird zum Maßstab erklärt. Baumaterialien und -formen sollen landschaftstypisch sein, eine Wiederbelebung des Handwerks wird angestrebt und die naturnahe Siedlungsform propagiert. Je mehr sich die technikorientierte Moderne durchsetzt, desto mehr nähern sich Ende der 1920er Jahre führende Köpfe der Bewegung der Blut-und-Boden-Ideologie des Nationalsozialismus und diskreditieren so bis heute Bemühungen eines architektonischen Heimatschutzes. Der Vortrag veranschaulicht an mehreren Beispielen vom Beginn des 20.Jahrhunderts bis heute, wie Gedanken des Heimatschutzes die Architekturentwicklung beeinflusst haben.