Burg blieb im Pfälzischen Erbfolgekrieg erhalten
Bei einem Pressetermin vor Ort am Donnerstag, den 27. August um 11.00 Uhr überbringt Erich Engelke, Ortskurator Koblenz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 40.000 Euro für die statische Sicherung des Eingangsportals am Haus Kempenich einschließlich der Dachanschlüsse der Burg Eltz in Wierschem an den Denkmaleigentümer Johann-Jakob Graf zu Eltz. An dem Termin nimmt auch Thomas Kirsch von Lotto Rheinland-Pfalz teil. Die Förderung wurde möglich dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale.
Die im Tal des Flüsschens Elz gelegene Burg Eltz wurde vermutlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts zum Schutz einer wichtigen Verkehrsverbindung zwischen Mosel, Eifel und Maifeld errichtet. Aus dieser frühen Bauphase haben sich der spätromanische Bergfried und Teile eines romanischen Wohnhauses erhalten. Die Burg erhebt sich auf einem etwa 70 Meter hohen Felskopf, der auf drei Seiten von der Elz umflossen wird. Die Gebäude folgen den natürlichen Gegebenheiten des Geländes, weshalb zahlreiche Räume ungewöhnliche Grundrisse aufweisen.
Besondere Bedeutung erlangte die Anlage als Ganerbenburg. Bereits Mitte des 13. Jahrhunderts teilten die Brüder Elias, Wilhelm und Theoderich von Eltz Burg und Besitz unter sich auf. Aus dieser Erbengemeinschaft entwickelten sich mehrere Linien des Hauses Eltz, deren Wohnbauten bis heute das Erscheinungsbild der Burg prägen. Die Rodendorfer Häuser entstanden zwischen 1490 und 1540, die Kempenicher Häuser zwischen 1604 und 1661. Das Zusammenspiel von Fachwerk, Türmen und unterschiedlich hohen Gebäudeteilen bestimmt den charakteristischen Innenhof. Ein unter dem großen Treppenturm angelegter Brunnen sicherte über Jahrhunderte die Wasserversorgung der gesamten Burg.
Seit fast zwanzig Jahren werden die historischen Gebäude der Burg mit Unterstützung der DSD schrittweise instandgesetzt. Bereits durchgeführt wurden unter anderem umfangreiche statische Sicherungen, Neueindeckungen von Dächern sowie Instandsetzungen der Fachwerkfassaden und verschiedener Innenräume. Die nun geförderte Sicherung des Eingangsportals am Haus Kempenich ist Teil dieser langfristigen Maßnahmen zum Erhalt des bedeutenden Baudenkmals.
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg von 1688 bis 1689 wurden zahlreiche Burgen im Rheinland zerstört. Die Burg Eltz blieb jedoch erhalten, weil Hans Anton zu Eltz-Üttingen als hoher Offizier im französischen Heer ihren Schutz erwirken konnte. Dadurch zählt die Anlage heute zu den wenigen großen Höhenburgen der Region, die ihren historischen Baubestand weitgehend bewahrt haben.
Burg Eltz gehört seit 2009 zu den über 360 Denkmalen, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Rheinland-Pfalz fördern konnte.
FÜR PRESSEVERTRETER:
Bei Terminangaben ist die Pressemitteilung als Einladung zu verstehen.