05.03.2026

Einstige Jugendarrest-Anstalt in Essen-Werden erhält neues Dach

Nordrhein-Westfalen
Einstige Jugendarrest-Anstalt in Essen-Werden
Einstige Jugendarrest-Anstalt in Essen-Werden

Gebäude zeigt Veränderung im Strafvollzug. Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Umbau

Wo einst Jugendliche in Gewahrsam waren, sollen künftig Studenten wohnen können: Die im Rahmen des Umbaus nötige Instandsetzung des Daches der einstigen Jugendarrest-Anstalt im historischen Ortskern von Essen-Werden wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit 100.000 Euro gefördert.

Der entsprechende Fördervertrag wird am Mittwoch, den 11. März, um 10.00 Uhr vor Ort, Wesselswerth 10 in Essen-Werden, symbolisch vom Essener Ortskurator Michael Rüsing an Thomas Deilmann von der DB Immobilien eGbR, der das Objekt jetzt gehört, übergeben. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte die Immobilie in einem Bieterverfahren verkauft.

Die Förderung ist dank der vielen Privatpersonen, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützen und mithilfe von Mitteln von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale möglich. Die einstige Jugendarrest-Anstalt ist eines von rund 900 Denkmalen, die die DSD bisher in Nordrhein-Westfalen bereits unterstützt hat.

Zum Objekt:

Die einstige Jugendarrest-Anstalt ist seit 2004 ein eingetragenes Baudenkmal. Zum Objekt gehören ein dreigeschossiger Hauptbau mit Zellentrakten, ein Verwalterwohnhaus, ein eingeschossiges Nebengebäude und ein kleiner Gefängnishof, der von einer Backsteinmauer umgeben ist. 1912 vom Königlich Preußischen Hochbauamt in Verbindung mit dem nah gelegenen Amtsgericht als Gewahrsam gebaut, wurde die Immobilie später und bis 2016 als Jugendarrest-Anstalt genutzt.

Trotz einiger nachträglicher baulicher Änderungen sind die Gebäude ein bedeutendes Zeugnis der Gefängnisarchitektur, an dem die Reform im Strafrecht im 19. Jahrhundert abzulesen ist: weg von der Massenunterbringung hin zur Einzelhaft.

Die für das Gebäude gewählten Formen der Wohnhausarchitektur mit entsprechender Fassadengestaltung und den dafür üblichen Dachformen sind kennzeichnend für die aufkommenden sozialen und erzieherischen Tendenzen im Strafvollzug.

Dank der denkmalgerechten Sanierung der einstigen Jugendarrest-Anstalt kann ein Beispiel für Gefängnisbauten aus dem beginnenden 20. Jahrhundert nachhaltig gesichert werden. Das ist wichtig, weil es im Bereich der historischen Gefängnisarchitektur rheinlandweit schon zu großen Verlusten gekommen ist.

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Einstige Jugendarrest-Anstalt in Essen-Werden
Einstige Jugendarrest-Anstalt in Essen-Werden

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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