Gebäude zeigt Veränderung im Strafvollzug. Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Umbau
Wo einst Jugendliche in Gewahrsam waren, sollen künftig Studenten wohnen können: Die im Rahmen des Umbaus nötige Instandsetzung des Daches der einstigen Jugendarrest-Anstalt im historischen Ortskern von Essen-Werden wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit 100.000 Euro gefördert.
Der entsprechende Fördervertrag wird am Mittwoch, den 11. März, um 10.00 Uhr vor Ort, Wesselswerth 10 in Essen-Werden, symbolisch vom Essener Ortskurator Michael Rüsing an Thomas Deilmann von der DB Immobilien eGbR, der das Objekt jetzt gehört, übergeben. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte die Immobilie in einem Bieterverfahren verkauft.
Die Förderung ist dank der vielen Privatpersonen, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützen und mithilfe von Mitteln von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale möglich. Die einstige Jugendarrest-Anstalt ist eines von rund 900 Denkmalen, die die DSD bisher in Nordrhein-Westfalen bereits unterstützt hat.
Zum Objekt:
Die einstige Jugendarrest-Anstalt ist seit 2004 ein eingetragenes Baudenkmal. Zum Objekt gehören ein dreigeschossiger Hauptbau mit Zellentrakten, ein Verwalterwohnhaus, ein eingeschossiges Nebengebäude und ein kleiner Gefängnishof, der von einer Backsteinmauer umgeben ist. 1912 vom Königlich Preußischen Hochbauamt in Verbindung mit dem nah gelegenen Amtsgericht als Gewahrsam gebaut, wurde die Immobilie später und bis 2016 als Jugendarrest-Anstalt genutzt.
Trotz einiger nachträglicher baulicher Änderungen sind die Gebäude ein bedeutendes Zeugnis der Gefängnisarchitektur, an dem die Reform im Strafrecht im 19. Jahrhundert abzulesen ist: weg von der Massenunterbringung hin zur Einzelhaft.
Die für das Gebäude gewählten Formen der Wohnhausarchitektur mit entsprechender Fassadengestaltung und den dafür üblichen Dachformen sind kennzeichnend für die aufkommenden sozialen und erzieherischen Tendenzen im Strafvollzug.
Dank der denkmalgerechten Sanierung der einstigen Jugendarrest-Anstalt kann ein Beispiel für Gefängnisbauten aus dem beginnenden 20. Jahrhundert nachhaltig gesichert werden. Das ist wichtig, weil es im Bereich der historischen Gefängnisarchitektur rheinlandweit schon zu großen Verlusten gekommen ist.
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