Zwischen Rathaus und historischem Hafen
Für die Instandsetzung des Wohn- und Geschäftshauses Hökerstraße 26, das nun eingeweiht werden kann, gab es auch Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Die 100.000 Euro dienten der Sanierung des Hinterhauses und ermöglichten zusammen mit den Mitteln der Städtebauförderung die Gesamtinstandsetzung von Haupt- und Hinterhaus des historischen Anwesens. Die Einweihungsfeier, an der auch Dr. Reinhold Kolck, Ortskurator Stade der DSD, teilnimmt, findet am Freitag, den 8. Mai 2026 ab 14.30 Uhr im Innenhof des nahegelegenen Hauses in der Straße Cosmae-Kirchhof 8 in Stade statt.
Das denkmalgeschützte Ensemble befindet sich inmitten der historischen Altstadt, zwischen Rathaus und historischem Hafen. Das Hinterhaus liegt an einem kleinen Platz neben der Kirche St. Cosmae-Nicolai. Der straßenseitige Fachwerkbau wurde 1669 zur Zeit der schwedischen Herrschaft (1648-1719) und nach dem Stader Stadtbrand von 1659 errichtet. Bauherr war Johann Lüders, der damals als wohlhabendster Bürger der Stadt galt und den Baumeister des nahen Rathauses verpflichten konnte. Nur wenig älter als das Hauptgebäude ist das rückwärtige Gebäude, das ins Jahr 1665 datiert wird. Die Gewölbekeller stammen noch aus der Zeit vor dem Stadtbrand. Das Hinterhaus diente in den Jahren 1873 bis 1908 als Synagoge.
Zum Objekt
Das dreigeschossige Giebelhaus zeigt sich zur Hökerstraße mit einer schmalen Backsteinfassade, die durch Pilaster in zwei Hauptachsen gegliedert ist. Der aufwändige Bauschmuck in Werkstein zeugt vom hohen Gestaltungsanspruch: Ein mit geflügeltem Engelskopf geschmückter Segmentbogen über dem einstigen Hauptzugang ist ebenso erhalten wie die volutengeschmückten Maskenkapitelle der Pilaster und prächtige Fruchtgehänge zwischen dem ersten und zweiten Obergeschoss. Möglicherweise stammt der Bauschmuck wie der des Rathauses aus der Bremer Werkstatt des Meisters Wilhelm Bokeloh. Die Rückfassade ist in Fachwerk ausgeführt und belegt inschriftlich die Datierung „Anno 1669“.
Das schlichtere Hinterhaus ist ein zweigeschossiges Fachwerkhaus auf unregelmäßig rechteckigem Grundriss, das von einem Walmdach bedeckt ist. Im Innern der Bauten haben sich teils noch bauzeitliche Details, wie Säulenkapitelle und Wandmalereien erhalten.
Die Hökerstraße 26 gehört zu den über 580 Denkmalen, die die DSD aus privaten Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie den Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Niedersachsen fördern konnte.