Haupthaus soll im Rahmen der Arbeiten farblich an die übrigen Gebäude angepasst werden
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt erneut Restaurierungsarbeiten am Eltzer Hof in Eltville. Der Fördervertrag über 50.000 Euro wird am Dienstag, den 12. Mai 2026, um 11.00 Uhr vor Ort von Dr. Brigitte Streich, DSD-Ortskuratorin Wiesbaden, an Denkmal-Eigentümer Graf Johann‑Jakob Graf zu Eltz symbolisch übergeben, im Beisein von Thomas Grün von Lotto Hessen.
Mit den Mitteln werden Arbeiten am Haupthaus, dem sogenannten Schloss, sowie am historisierenden Anbau zur Martinsgasse unterstützt. Vorgesehen ist die Erneuerung geschädigter Putzflächen und der Neuanstrich der Fassaden. Im Zuge der Maßnahme soll das Haupthaus zudem farblich an das übrige Ensemble des Eltzer Hofes angepasst werden. Die Unterstützung wird möglich durch die privaten Förderer der DSD, mit Hilfe der Mittel der Lotterie GlücksSpirale.
Der Eltzer Hof wird seit 2016 wiederholt von der DSD unterstützt. So förderte die Stiftung unter anderem die Restaurierung historischer Fenster und Schlagläden am Viktorbau, einst vom Viktorstift errichtet, Dacharbeiten am Viktor‑ und Kavaliershaus sowie die Aufarbeitung barocker Metallbalkone und Geländer am Haupthaus. Mit der aktuellen Förderung beläuft sich die bisherige Unterstützung auf insgesamt über 350.000 Euro.
Zum Objekt
Der Eltzer Hof ist der größte der historischen Adelshöfe in Eltville und ein prägender Bau der Rheinfront, der sich zwischen drei Gassen erstreckt. Der Hof bildet zusammen mit dem angebauten Martinstor, dem ehemaligen Torturm der mittelalterlichen Stadtbefestigung, und dem gegenüberliegenden Kavaliershaus die historische Mitte des Rheinufers. Das Ensemble ist ein typisches Beispiel für einen innerörtlichen Adelshof mit angeschlossener Landwirtschaft. Herzstück der Anlage ist das bis 1580 errichtete Haupthaus, ein spätmittelalterlicher Massivbau mit Schildgiebeln, der im Übergangsstil von der Spätgotik zur Renaissance direkt an die Stadtmauer angebaut wurde. Im Inneren sind wertvolle Ausstattungen aus Barock- und Gründerzeit erhalten, darunter Stuckdecken, Wandverkleidungen und Fußböden. Historisierend, also den Stil des Haupthauses aufgreifend, entstand 1904 unter Wiederverwendung des historischen Dachstuhls von 1744 der Anbau. Zum Ensemble gehören außerdem das als Kavaliershaus bezeichnete Kellereigebäude aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, zwei Mainzer Stiftsgebäude von 1718/1719, ein kleines Wohnhaus – das sogenannte Kutscherhaus – von 1660, weitere Wirtschaftsgebäude, ein großer Garten sowie ein weitläufiges historisches Kellersystem.
Der Ursprung des Hofs reicht ins frühe 14. Jahrhundert zurück. 1329 wurde die erzbischöfliche Burg errichtet und eine Stadtmauer gebaut. Von 1347 bis 1480 war Eltville Residenzort der Mainzer Erzbischöfe. Mit dem Kauf eines Grundstücks an der Rheinfront durch den Vizedom von Bicken veränderte sich der Hof. 1629 ging das Anwesen an die Grafen zu Eltz über, die es ab 1745 ständig bewohnten und 1753 den Martinsturm ins Anwesen einbezogen. Innenhof und Garten dienen gelegentlich als Schauplatz größerer Kulturveranstaltungen, etwa des Rheingauer Musik Festivals.
Der Eltzer Hof ist eines der über 300 Denkmale, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden, der Erträge der Treuhandstiftungen, mit Hilfe der GlücksSpirale allein in Hessen bisher fördern konnte.
Für Pressevertreter:
Bei Terminangaben ist die Pressemitteilung als Einladung zu verstehen.