Der freistehende Bau prägt das StadtbildMit einem Fördervertrag über 50.000 Euro fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie GlücksSpirale die Sanierung des Rathauserkers in Bad Königshofen. Konkret umfasst die Maßnahme die Restaurierung des Glockenspiels, die Dacheindeckung in Schiefer und die Restaurierung der Dachbekrönung. Den dazugehörigen Fördervertrag überbringt bei einem Pressetermin vor Ort am Donnerstag, den 8. Oktober 2026 um 10.30 Uhr Martin Kuchler, Ortskurator Münnerstadt der DSD, im Beisein von Beatrix Numberger von Lotto Bayern an den ersten Bürgermeister der Stadt Bad Königshofen, Frank Helmerich. Der freistehende Bau prägt zusammen mit der westlich gelegenen Kirche Mariä Himmelfahrt das Stadtbild. Akut ist die Substanz des spätbarocken Dachwerks gefährdet, das derzeit notgesichert ist und einer Gesamtinstandsetzung und Verstärkung bedarf.
Das dreigeschossige Rathausgebäude steht am Marktplatz und beeindruckt durch sein mächtiges Mansarddach. Den zweigeschossigen Eckerker ziert eine Zwiebelhaube mit Laterne. Der Erker fällt durch die aufwendige Durchbildung der Werksteinteile mit Gesimsen, Profilen, Nischen, Figurenreliefs sowie die Wappen von Fürstbischof Friedrich von Wirsberg und Fürstbischof Julius Echter auf. Im Kern stammt der verputzte Massivbau mit Natursteingliederungen im Erdgeschoss aus dem 15. Jahrhundert. Der Südflügel lässt sich auf 1563/1564 und der Hauptbau auf die Jahre 1573 bis 1575 datieren. Im späteren 18. Jahrhundert wurden Teile umgestaltet. Das Dach wurde 1775 aufgebracht, das des Erkers drei Jahre später.
Im Erdgeschoss ist eine rundbogige Toröffnung zum Marktplatz erhalten. Die Elemente sind in die schön gegliederte Putzfassade mit Pilastern und Muschelwerkkapitellen des 18. Jahrhunderts integriert. Der Südflügel ist zweigeschossig und mit einem steilen Satteldach gedeckt. Die spätgotischen Fenstergewände tragen teilweise Steinmetzzeichen. Die im Westen angefügte Freitreppe zur Erschließung des Obergeschosses ist überdacht. Die gewölbte Erdgeschosshalle wird von Norden und Süden durch rundbogige Tore erschlossen. In Winkel zwischen Haupt- und Südflügel beherbergt ersterer eine großzügige Wendeltreppe zur Erschließung der Obergeschosse. Die durch acht Steinsäulen gebildete dreischiffige Grundrissstruktur des Erdgeschosses ist in den beiden Obergeschossen wiederholt. Hier tragen aufwändig geschnitzte Holzsäulen zwei mächtige Längsunterzüge und scheiden die mittlere Flurzone von den im Norden, Süden und Osten abgeteilten Räumen. Die Türstöcke, Ofennischen und Oberflächen im Inneren stammen zumeist aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Bemerkenswert ist die freigelegte Wandmalerei im kappengewölbten Erkerzimmer der Zeit um 1700 auf älteren Fragmenten.
Das Rathaus gehört nunmehr zu den über 680 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte.
FÜR PRESSEVERTRETER:
Bei Terminangaben ist die Pressemitteilung als Einladung zu verstehen.