27.12.2023

Erneute Förderung des Alten jüdischen Friedhofs in Mainz

Rheinland-Pfalz
Alter jüdischer Friedhof in Mainz * Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe Das Bild ist für Pressezwecke kostenfrei bei Nennung des Nachweises.

Älteste Grabsteine aus dem 11. Jahrhundert

Für restauratorische und konservatorische Maßnahmen an den Inschriftenfeldern von insgesamt 140 gefährdeten jüdischen Grabsteinen auf dem Alten jüdischen Friedhof in Mainz stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) weitere Mittel zur Verfügung. Den 23.500 Euro vom Juli folgen nun weitere 30.000 Euro. Der Alte jüdische Friedhof in Mainz gehört zu den über 280 Objekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Rheinland-Pfalz fördern konnte.

Der Alte Jüdische Friedhof von Mainz ist einer der beiden ältesten jüdischen Friedhöfe in Europa. Die Grabstätten selber sind bedeutende Zeugnisse für die kontinuierliche Entwicklung der Sepulkralkultur. So besticht der Friedhof durch seine Formenvielfalt und durch die dichte Aufstellung der Grabsteine. Die hebräischen und deutschen Inschriften dokumentieren die Bedeutung der jüdischen Gemeinde, die sich auf linksrheinischem Gebiet unter französischer Herrschaft im deutschsprachigen Gebiet bereits ab 1798, also früher als andernorts, emanzipieren konnte.

Das nordwestlich der Mainzer Innenstadt befindliche Friedhofsareal lag ursprünglich außerhalb der mittelalterlichen Stadt. Es erstreckte sich entlang der ehemaligen römischen Ausfallstraße, der heutigen Mombacher Straße. Hier wurden Jüdinnen und Juden aus Mainz und der näheren Umgebung bestattet, viele Grabsteine stammen bereits aus dem 11. Jahrhundert.

Mehrfach wurde die ewige Ruhe der Toten am auch „Judensand" genannten Friedhof gestört. Als die jüdische Gemeinde 1438 vertrieben wurde, entfernte man zahlreiche Grabsteine und verwendete sie als Baumaterial. Teile des Friedhofgeländes verpachtete die Stadt als Weinberg. Nachdem sich nach 1583 erneut eine jüdische Gemeinde in der Stadt konstituieren konnte, wurde der Friedhofsteil an der Mombacher Straße weitergenutzt. Seit 1713 fanden hier wieder regelmäßig Bestattungen statt.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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