Gerettet von einer Bürgergenossenschaft
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt für die Instandsetzung der Außenhülle eines Fachwerkhauses in der Graf-Volkwin-Straße im hessischen Naumburg 57.500 Euro zur Verfügung. Auf diese Weise leistet die DSD ihren Beitrag zur Planungssicherheit für die Bauherren, ihre Architekten und hochqualifizierten Handwerksbetriebe, um diese wichtigen Arbeitsplätze erhalten zu helfen. Das erst im vergangenen Jahr vor dem Abriss bewahrte barocke Haus gehört zu den über 220 Projekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Hessen fördern konnte.
Das in der historischen Altstadt von Naumburg stehende stattliche Fachwerkhaus wurde von der Bürgergenossenschaft Naumburg eG gekauft, um es vor dem Abriss zu retten. Die Genossenschaft hat sich 2018 eigens mit dem Ziel gegründet, die vom Abriss bedrohten Fachwerkhäuser in der Kernstadt von Naumburg zu erhalten und einer neuen Nutzung zuzuführen. Das Fachwerkhaus in der Graf-Volkwin-Straße 5 soll künftig als Ferienwohnraum dienen und für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung stehen.
Das repräsentative, verputzte Fachwerkgebäude entstand nach dem Stadtbrand 1684 wohl über dem Gewölbekeller eines Vorgängerbaus. Über einem hohen Natursteinsockel erhebt sich das Gebäude in zwei auskragenden Stockwerken über einem mehrfach profilierten Rähm. Der Zugang befindet sich auf der Giebelseite, die zweiflügelige Holztür mit profilierten Kassettenfeldern und hohem Oberlicht aus der Zeit um 1800 hat man dekorativ beschnitzt. Die Innenräume belichten symmetrisch angeordnete Hochrechteckfenster. Das dreigeschossige Giebeldreieck gliedern mehrfach profilierte Gesimse. Ein hohes, überkragendes Satteldach deckt den Bau. Die Innenräume werden über die Diele und eine in 1920er Jahren eingebaute Treppe erschlossen. Der hintere Gebäudeteil wurde bereits vor dem Kauf abgerissen.