Unterstützung mit mehr als 70.000 Euro dank zweckgebundener Spenden
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) kann erneut zum Erhalt des denkmalgeschützten Vereinshauses der Patriotischen Gesellschaft von 1765 an der Trostbrücke 4 - 6 in Hamburg beitragen und dafür diesmal mehr als 70.000 Euro – konkret 72.222 Euro – beisteuern. Die Mittel können dank zweckgebundener Spenden bereitgestellt werden und sind für die Sanierung der Nord-West-Fassade des Hauses vorgesehen. Konkret geht es darum, Mauerwerksschäden zu beheben, auch an den aufgestockten Geschossen fünf bis sieben.
Das Haus der Patriotischen Gesellschaft wurde nach dem Großen Brand von 1842 auf dem Grundstück des zerstörten alten Rathauses zwischen 1844 und 1847 nach Plänen des Architekten Theodor Bülau errichtet und ist eines der ältesten Gebäude in Hamburg. Eine bedeutende Erweiterung erfolgte 1923 durch die Architekten Rudolf Klophaus und August Schoch, die das Gebäude um mehrere Geschosse aufstockten. Dabei entstand die charakteristische Verbindung von neugotischer Backsteinarchitektur des 19. Jahrhunderts mit expressionistischen Formen der 1920er Jahre.
Das Bauwerk war nicht nur Sitz der Patriotischen Gesellschaft von 1765, einer der wichtigsten aufklärerischen Institutionen Hamburgs, sondern diente von 1858 bis 1897 auch als vorläufiger Sitz der Hamburger Bürgerschaft. Darüber hinaus gilt das Gebäude als früher und wegweisender Vertreter der Backsteinarchitektur, die das Stadtbild Hamburgs bis heute prägt. Mit seiner sichtbaren Konstruktion und der konsequenten Verwendung des Backsteins setzte es einen programmatischen Impuls für die Entwicklung der „Backsteinstadt Hamburg“.Nach Kriegsschäden wurde das Haus zwischen 1949 und 1957 unter Leitung des Architekten Friedrich R. Ostermeyer wiederhergestellt. Das äußere Erscheinungsbild wurde leicht vereinfacht wiederaufgebaut, das Innere im Stil der Nachkriegszeit gestaltet.
Das Haus der Patriotischen Gesellschaft ist Geschäftsstelle, Versammlungs- und Veranstaltungshaus des gemeinnützigen Vereins, der mit zahlreichen Aktivitäten in die Stadt Hamburg hineinwirkt.
Die DSD unterstützt Instandsetzungsmaßnahmen am Gebäude seit 2006 und zum mittlerweile achten Mal. Dank zweckgebundener Spenden, der Förderer der DSD und der Glücksspirale konnte das Objekt, inklusive der aktuellen Förderung, mit bisher mehr als 300.000 Euro unterstützt werden. Die Mittel sind unter anderem in die Überarbeitung von Fenstern, Instandsetzungsarbeiten am Granitsockel und der Fassade auf der Fleetseite, die Reinigung und das Aufpolieren von Kronleuchtern und die Aufarbeitung von Fenstern des Reimarus-Saals, die Restaurierung von Deckenleuchtern und erste Arbeiten an der Nordwestfassade, etwa im Attikageschoss, geflossen.
Das Haus der Patriotischen Gesellschaft in Hamburg ist eines der mehr als 75 Denkmale, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Hamburg fördern konnte.