02.12.2015

Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für die St. Johanneskirche in Bretleben

Thüringen
Innenraum der St. Johanneskirche in Bretleben © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Gehrmann

Eine pfiffig konstruierte Kirche

Eine erfreuliche Vorweihnachts-Nachricht für die evangelische Regionalgemeinde Artern-Heldrungen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt auch in diesem Jahr die Instandsetzungsarbeiten an der St. Johanneskirche in Bretleben. Der diesjährige Fördervertrag über 15.000 Euro – diesmal für Restaurierungsarbeiten an den Wandflächen – erreicht die Gemeinde im Kyffhäuserkreis in diesen Tagen.

An der Stelle mehrerer Vorgängerkirchen wurde die neue Johanneskirche zwischen 1895 und 1897 nach Plänen der Architekten Grisebach und Dinklage errichtet. Der steinsichtige Saalbau erhebt sich über einem kreuzförmigen Grundriss und schließt mit einem innen um zwei Stufen erhöhten mehreckigen Chor im Osten und einem westlichen Treppenturm auf quadratischem Grundriss ab. Zwei Anbauten fügte man zwischen Chor und Querhausarmen ein. An der Südseite des Turms, dessen Dach mit einem Schweifhaubenansatz beginnt und in einem Spitzhelm ausläuft, schließt sich ein halbrunder Treppenturm an. Hohe Rundbogenfenster gliedern den Bau und den mehrfach durch Horizontalgesimse gegliederten Turm.

Die stuckierte Gewölbedecke als Rabitzkonstruktion mit Kreuzrippen auf Konsolen prägt den Innenraum der Kirche. Die den Westen dominierende Empore ist wie die im Osten stehende Kanzel aus Werkstein gegossen und mit Stuck dekoriert.

Die konstruktiven Schäden am Kirchenbau sind Folge der Bauvernachlässigung zu DDR-Zeiten. Undichte Dächer ließen Nässe in die Dachkonstruktion eindringen, die in die am Schiffdach abgehängte als Gewölbe ausgeführte Drahtputzdecke floss. Risse, Deckenausbrüche und Abplatzungen waren die Folge. Herabfallende Deckenteile führten schließlich dazu, dass man die Kirche baupolizeilich sperrte. Nach der Sanierung des Daches und der Gewölbedecken folgt nun sukzessive die Restaurierung des Innenraums.

Viele sich ähnelnde neogotische Kirchen wurden Ende des 19. Jahrhunderts errichtet, unter ihnen besticht die St. Johanneskirche in Bretleben durch ein besonders markantes Äußeres und eine pfiffige Konstruktion im Inneren.

Die St. Johanneskirche ist eines von 430 Denkmalen, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Thüringen fördern konnte.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

Downloads

Pressemitteilung und Bilder zur freien Verwendung bei Namensnennung: Alle Medien herunterladen (ZIP)

Ansprechpartner

Dr. Ursula Schirmer

Leitung Stabsstelle Presse

Pressesprecherin

Tel. 0228 9091-402

ursula.schirmer@denkmalschutz.de

Thomas Mertz

Leitung

Pressestelle

Tel. 0228 9091-404

thomas.mertz@denkmalschutz.de

Fabian Christmann

Referent

Pressestelle

Tel. 0228 9091-407

fabian.christmann@denkmalschutz.de

Lydia Schauff

Referentin

Pressestelle

Tel. 0228 9091-408

lydia.schauff@denkmalschutz.de

Freianzeigen

Weitere Pressemitteilungen