05.08.2026

Frühe Industrialisierung im Südlichen Markgräflerland - eine Spurensuche

Veranstaltungen Baden-Württemberg

Ortskuratorium Müllheim/Markgräflerland der DSD lädt zu einem Vortrag ein

Das Ortskuratorium Mülheim/Markgräflerland der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) lädt am Donnerstag, den 3. September 2026 um 19.00 Uhr in den Annette-Kolb-Saal des Kur- und Festspielhauses Badenweiler, Schlossplatz 2 in 79410 Badenweiler zu dem Vortrag „Frühe Industrialisierung im Südlichen Markgräflerland - eine Spurensuche“ ein. Es referiert Jan Merk, Leiter des Dreiländermuseums Lörrach. Der Historiker gilt als ausgewiesener Kenner des Markgräflerlandes und seiner Geschichte. In seinem Vortrag begibt er sich auf Spurensuche in die Zeit der frühen Industrialisierung im südlichen Markgräflerland. Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird herzlich gebeten.

Es ist wenig bekannt, dass das südliche Markgräflerland, insbesondere das untere Wiesental und die Region Lörrach, bereits ab etwa 1750 zu den frühesten Gebieten der Industrialisierung gehörte. Bis heute sind die Spuren sichtbar, auch in der grenzüberschreitenden Infrastruktur. Schon Mitte des 18. Jahrhunderts gab es in Lörrach eine erste Indiennefabrik, die als Vorläufer der späteren Indienne- und Stoffdruckerei Koechlin, Baumgärtner & Cie gilt. Zeitgleich mit der Industrialisierung im Ruhrgebiet oder im elsässischen Mühlhausen stand die Region im äußersten Südwesten Deutschlands am Anfang der Industrialisierung, während Baden und Württemberg noch stärker landwirtschaftlich geprägt waren. Für die Entstehung des ersten großen Industriezentrums in Baden Mitte des 19. Jahrhunderts waren grenzüberschreitende Finanziers und Textilindustrielle aus der Schweiz und Frankreich entscheidend. Später folgten im Großraum Basel die Chemie- und Pharmaindustrie sowie mit beispielsweise Suchard/Milka die Schokoladenfertigung. Diese Geschichte und ihre Spuren einschließlich der grenzüberschreitenden Infrastruktur gilt es, neu zu entdecken und die verbliebenen Reste im Dreiländerbereich bewusst wahrzunehmen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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