05.06.2026

Führung gibt Einblick in laufende Arbeiten am Römischen Bühnentheater in Mainz

Rheinland-Pfalz
Mauerreste eines antiken Theaters mit modernen Gebäuden im Hintergrund
Das Römische Bühnentheater im Mainz.

Archäologen erklären unter anderem, welche Herausforderungen es bei der Konservierung gibt

Das Ortskuratorium Mainz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) lädt am Samstag, den 13. Juni 2026, um 11.00 Uhr wieder zu einer Besichtigung des Römischen Bühnentheaters ein. Die Archäologen Dr. Marion Witteyer, Mitglied im DSD-Ortskuratorium Mainz, und Daniel Geißler, der die Ausgrabung des Theaters als Projektmanager Römisches Erbe bei der Stadt begleitet, gehen auf die derzeit laufenden Sanierungsarbeiten an der Ruine ein und erläutern, welche Schäden vorliegen und beseitigt werden müssen.

Treffpunkt für die Führung ist an der Treppe der Mainzer Lutherkirche, Zitadellenweg 1, oberhalb des Römischen Bühnentheaters. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich unter www.denkmalschutz.de/anmeldung. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Arbeit der DSD, die die Ausgrabungen und die laufende Konservierung des antiken Theaters unterstützt, wird gebeten.

Als 1914 die Wege zur Mainzer Zitadelle neu gebaut wurden, wurde das antike Bühnentheater mit seinen gigantischen Ausmaßen entdeckt. Theater gehörten zum Selbstverständnis römischen Lebens. Das Bühnentheater in Mainz wurde in der Spätphase des Römischen Reichs unter Kaiser Konstantin errichtet und war das größte Theater nördlich der Alpen. Es besaß einen Zuschauerraum mit 116 Metern Breite, der 10.000 Besuchern Platz bot. Die Bühne maß 42 Meter. Jahrhundertelang war die Ruine verborgen, bis 1997 rheinland-pfälzische Landesarchäologen den ersten Pfeiler freilegten. Bis 2011 folgten weitere Pfeiler und konzentrisch auf die Bühne zulaufende Mauern. Seit 2019 wird intensiv an einem dauerhaften und nachhaltigen Konservierungskonzept für dieses antike Vermächtnis gearbeitet. 

Da die originalen Mauerreste äußerst empfindlich für die Einwirkungen des Außenklimas sind, ist deren Konservierung eine besondere Herausforderung. Klimaeinflüsse, vor allem Regen und Frost, belasten die Mauersteine und das Mauergefüge und setzen der Bausubstanz zu.

Die Führung durchs Römische Bühnentheater wird bis September einmal monatlich angeboten. Weitere Termine, jeweils an einem Samstag, sind: der 18. Juli 2026 um 14.00 Uhr, der 15. August 2026 um 11.00 Uhr und der 26. September 2026 um 14.00 Uhr.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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