Eine qualitätvolle spätgotische Schnitzarbeit integriert in eine Freskomalerei
Mit den restauratorischen Arbeiten an der Raumschale und den Fassaden der St. Peterkapelle in Veringenstadt beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) an der Gesamtinstandsetzung des Bauwerks. Dank zahlreicher Spenden sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale stehen 50.000 Euro für die Arbeiten bereit. Die Burgkapelle St. Peter bildet mit der Burgruine eine Sachgesamtheit und liegt auf dem Gassenberg, einer felsigen Bergzunge, die auf drei Seiten von der Lauchert umflossen wird.
Die Burg wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts gebaut, wohl von den Grafen von Veringen, die zu den bekanntesten schwäbischen Adelsfamilien zählten. Die Grafenfamilie der Veringer starb 1415 aus. 1632 wurde die Burg im Dreißigjährigen Krieg vermutlich durch die schwedische Armee zerstört.
Die spätromanische Burgkapelle stammt aus der Zeit um 1200. Sie bildet den einzigen vollständig erhaltenen Bestandteil der mittelalterlichen Burganlage. Sie war in die Bebauung integriert und besaß einen hochliegenden Eingang. Der kleine verputzte Bau über einem rechteckigen Grundriss schließen ein Satteldach und ein kleiner hölzerner, durch eine welsche Haube bekrönter Glockenbock. Die halbrunde, eingezogene Apsis ist etwas nach Süden verschoben. Auf der Nordseite befindet sich ein rustiziertes Rundbogenportal, in den Wänden haben sich noch originale Rundbogenfenster erhalten. Bei einer Renovierung der Kapelle im Jahr 1704 erhielt sie ein neues Dach und eine neue Decke.
Das Innere der Kapelle dominieren die ausgemalte Apsisnische mit einem gemauerten romanischen Altar. 1515 wurde die Kapelle neu ausgemalt und erhielt die Inschrift: “Anno 1515 die iuli, reconciliata est hec capella in honore Mariae Virginis et Petri et Pauli apostoli, michaelis et 14 auxiliatorum wolfgangi et otilie”. Die außerordentlich prächtige Freskodarstellung der Krönung Mariens in der Apsisnische wurde sehr wahrscheinlich von den berühmten ortsansässigen Künstlern Hans und Jakob Strüb geschaffen.
Aus der wertvollen figuralen Ausstattung der Kapelle sei vor allem eine selten anzutreffende Kombination von Plastik und szenischer Wandmalerei links des Hochaltars hervorgehoben. Auf eindrucksvolle Weise wird hier eine in qualitätvoller spätgotischer Schnitzarbeit geschaffene Ölberggruppe in eine Freskomalerei integriert.
Die St. Peterkapelle gehört zu den über 440 Denkmalen, die die DSD aus privaten Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie den Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Baden-Württemberg fördern konnte.