22.000 Euro für Arbeiten an historischen Türen und Lehmputzarbeiten
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) fördert Sanierungsarbeiten im Herrenhaus in Lalendorf-Vogelsang mit 22.000 Euro. Ralf Schinke, DSD-Ortskurator Rostock wird dafür am Mittwoch, den 30. September 2026, um 10.00 Uhr den Fördervertrag symbolisch an Hauseigentümer Robert Uhde überreichen, im Beisein von Elisabeth Aßmann von Lotto Mecklenburg-Vorpommern.
Konkret wird mit den Mitteln die Wiederherstellung dreier historischer Innentüren und die Erneuerung von Lehmputz auf rund 200 Quadratmetern Fläche unterstützt. Möglich ist die Förderung dank zweckgebundener Spenden sowie allgemeiner Spenden an die DSD und der Erträge der Lotterie GlücksSpirale.
Das Herrenhaus Vogelsang liegt zwischen Güstrow, Laage und Teterow am Rand des Naturparks Mecklenburgische Schweiz. Der neugotische Bau entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts, gilt als einer der ersten nicht sakralen neogotischen Bauten in Mecklenburg, charakterisiert durch markante Gestaltungsmerkmale im Stil der Schule von Karl Friedrich Schinkel.
Typische Gestaltungselemente, die sich auch im Herrenhaus Vogelsang wiederfinden, sind die symmetrischen Proportionen, das flache Walmdach mit umlaufendem Zinnenkranz und hervorspringende Gebäudeteile (Mittelrisalite) auf der Hoffront und Rückseite des Herrenhauses, die die Eingänge mit ihren vorgelagerten Freitreppen hervorheben. Symmetrisch angeordnete Türme unterstreichen die imposante Bauform. An der Fassade finden sich zudem plastische Elemente mit Putzstuck. Auch spitzbogige Türen und Seitenfenster, prägen das äußere Erscheinungsbild des Hauses und finden sich als Gestaltungsmittel auch im Inneren des Gebäudes wieder.
Das Herrenhaus ist zentraler Bestandteil eines Ensembles aus zeitgleich angelegtem Landschaftspark, Teich, Nebengebäude und Marstall von 1897. Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts kam es zu baulichen Eingriffen und Umbauten im Inneren. So wurden etwa verschiedene Zusatzbauten errichtet, darunter ein Eiskeller und ein Teehaus.
Vogelsang wurde erstmals 1379 urkundlich erwähnt, als der Fürst von Werle den Brüdern Wozenitz das Gut übertrug. Nach Jahrhunderten im Besitz der Familien Wozenitz und von Plessen entstand unter späteren Eigentümern um 1840 das heutige Herrenhaus im Tudorstil mit seinem englischen Landschaftspark. Seit dem Erwerb durch den Hamburger Kaufmann Julius Hüniken im Jahr 1884 entwickelte sich das Gut wirtschaftlich erfolgreich. Von dieser Zeit zeugen noch heute das Familienwappen am Mittelrisalit sowie zahlreiche Nebengebäude der einstigen Gutsanlage, darunter Marstall, Wasserturm, Kutscher- und Inspektorenhaus.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gut enteignet und unterschiedlich genutzt. Das Herrenhaus stand nach 1988 Jahrzehnte leer, was zu zahlreichen Schäden, etwa an den Wänden führte. Nach mehreren Eigentümerwechseln befindet es sich seit 2010 wieder in privater Hand und wird nun schrittweise gesichert und instandgesetzt. Schon jetzt wird das Gebäude wieder genutzt, als Ausflugsgaststätte, für Konferenzen, Hochzeiten und Veranstaltungen zur Kulturerbevermittlung.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die Arbeiten zur Instandsetzung und Restaurierung des Herrenhauses seit 2019 wiederholt und mit insgesamt rund 125.000 Euro gefördert. Unterstützung gab es unter anderem bei der Schwammsanierung am Nordost-Turm, bei der Sanierung der Turmdächer, des Marstalls und bei der Aufarbeitung von Innentüren.
Das Herrenhaus Vogelsang in Lalendorf ist eines der mehr als 665 Denkmale, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern konnte.
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