08.07.2015

Hilfe der DSD für das frühere Amtshaus in Pilsting

Bayern
Ehem. Amtshaus
Ehem. Amtshaus in Pilsting © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Schabe

Qualitätvoll innen wie außen

Eine frohe Nachricht für Denkmaleigentümerin Marlene Lex. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) beteiligt sich an der Außensanierung des ehemaligen Amtshauses in Pilsting. Der entsprechende Fördervertrag erreicht in diesen Tagen den Landkreis Dingolfing-Landau. Die Denkmalschutzstiftung kann das denkmalgeschützte Kleinod dank der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär sie seit 1991 ist, mit 50.000 Euro fördern.

Das ehemalige Amtshaus steht im Dorfzentrum neben der Kirche. Die repräsentative Eingangsseite zeigt zur Ortsmitte hin. Im Süden wurde eine Gartenanlage vorgelagert, als das teilweise unterkellerte, zweigeschossige Gebäude mit dem dreigeschossigen Walmdach über nahezu quadratischer Grundfläche landwirtschaftlich genutzt wurde.

Das Haus stammt im Kern aus dem 16./17. Jahrhundert und wurde auf Kellerräumen aus dem 14. und 15. Jahrhundert erbaut. 1563 errichtete man den ehemaligen Edelsitz als Holzblockbau in seiner heutigen Ausdehnung. 1783 wurde der Blockbau weitgehend gegen ein Ziegelmauerwerk ausgetauscht, als das Haus zum Amtshaus für das Landgericht Leonberg umgebaut wurde. Der Dachstuhl blieb vollständig erhalten. Ende des 19. Jahrhunderts nutzte man das Bauwerk als Gasthaus. Ende des 20. Jahrhunderts wurde ein südlicher Bauteil abgebrochen.

Der Grundriss des Hauses folgt mit seiner symmetrischen Konzeption der Tradition italienischer Vorbilder aus dem 16. Jahrhundert. Östlich und westlich des mittigen Eingangs befinden sich geräumige Zimmer. Die Innenräume sind weitgehend unverfälscht überliefert. Ausnahmslos sind noch die bauzeitlichen Putzoberflächen bzw. Rahmenstuckdecken erhalten. Zur vollumfänglich erhaltenen Ausstattung der repräsentativen Wohnräume zählen insbesondere die reich verzierte Bohlen-Balkendecken im Erdgeschoss, die Bodenbeläge und die Zimmertüren. Hervorzuheben ist die hohe Dichte an handwerklich qualitätvollen Bau- und Ausstattungsdetails aus verschiedenen Zeiten sowohl im Innen- und wie im Außenbau.

Das ehemalige Amtshaus, das sich seit mehreren Generationen im Besitz der Familie Lex befindet, die sich auf das Geschlecht der früheren Verwalter zurückführen lässt, gehört nunmehr zu den über 300 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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